🍽️ Gleiches Essen — aber der Zucker danach war je nach Gesellschaft unterschiedlich
Der Glukosespiegel nach dem Essen wird nicht nur davon beeinflusst, was auf dem Teller liegt. Möglicherweise spielt sogar eine Rolle, mit wem eine Person isst.
In einem neuen Experiment erhielten die Teilnehmer dieselbe standardisierte kohlenhydrathaltige Nahrung, doch die Bedingungen unterschieden sich: In einem Fall aß die Person allein, in dem anderen — zusammen mit einer ihr nahestehenden Person. Bei der gemeinsamen Mahlzeit fiel der Glukoseanstieg nach dem Essen geringer aus, und die Rückkehr zum Ausgangswert erfolgte schneller.
Die Forscher führen das Ergebnis auf das Konzept der „sozialen Physiologie“ zurück: Die Anwesenheit eines vertrauten und sicheren sozialen Partners kann die Arbeit des Nerven- und des Hormonsystems verändern und dadurch die physiologische Reaktion auf Nahrung.
Das bedeutet noch nicht, dass ein gemeinsames Abendessen als Behandlungsmethode für Diabetes gelten kann. Die Größe der Studie und die experimentellen Bedingungen erlauben es nicht, das Ergebnis auf alle Menschen und alle Speisen zu übertragen.
Die Arbeit fügt der modernen Ernährungswissenschaft jedoch eine interessante Einzelheit hinzu: Die Verdauung findet nicht im Vakuum statt. Schlaf, Stress, Tageszeit, Bewegung — und möglicherweise auch das soziale Umfeld — können beeinflussen, wie der Körper auf dieselbe Nahrung reagiert.
Studie der Hebrew University of Jerusalem und des Sheba Medical Center
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