🌱 Senf kann seiner eigenen Pollen sagen: „Nein, du bist ein Verwandter“
Eine Blüte wurde bestäubt — also erscheinen Samen? Nicht immer.
Bei vielen Pflanzen gibt es ein System der Selbstinkompatibilität. Die Narbe ist in der Lage, Pollen der eigenen Pflanze oder eines genetisch zu nahen Verwandten zu erkennen und die Befruchtung zu blockieren.
Forscher untersuchten dieses System bei zwei Varianten von Brassica rapa — derselben Art, zu der eine ganze Gruppe wichtiger Gemüse- und Ölpflanzen gehört. Sie kartierten die an der Erkennung beteiligten Gene und überprüften dann experimentell deren Funktion.
Der Mechanismus erinnert an ein molekulares Schloss mit Schlüsselprüfung. Wenn Pollen auf die Narbe gelangt, helfen spezielle Proteine dabei, seine Herkunft zu bestimmen. Wenn das System einen „eigenen“ erkennt, löst es eine Reaktionskette aus, die den Pollen daran hindert, normal zu keimen und zur Samenanlage zu gelangen.
Auf den ersten Blick seltsam: Warum sollte eine Pflanze ihren eigenen Pollen ablehnen? Aber ständige Selbstbestäubung verringert die genetische Vielfalt der Nachkommen. Die Bevorzugung fremden Pollens hilft, das genetische Material verschiedener Pflanzen zu mischen.
Bei Kulturpflanzen ist dieses System für Züchter besonders interessant. Wenn man den natürlichen Mechanismus der Annahme und Zurückweisung von Pollen steuern lernt, kann man die Erzeugung von Hybriden erleichtern — zum Beispiel bei Ölpflanzen.
So erweist sich eine gewöhnliche Blüte nicht als passive Fläche, auf die einfach Pollen fallen, sondern als ziemlich strenger molekularer Kontrolleur am Eingang.
🔬 Die Studie wurde vom Indian Institute of Technology Gandhinagar vorgestellt
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