𝗗𝗲𝗿 𝗗𝗼𝗸𝘁𝗼𝗿 𝗵𝗮𝘁 𝗴𝗲𝘀𝗽𝗿𝗼𝗰𝗵𝗲𝗻
Gestern auf X, in der Abteilung Volksbildung. Ein Kanalbetreiber mit 18.000 Followern zeigt stolz seinen Impfpass. Darin klebt der frische Aufkleber seiner neuesten Corona-Spritze: Comirnaty LP.8.1. Dazu der Aufruf: „Lasst Euch COVID-impfen!“
Früher zeigte man Urlaubsfotos, heute Chargenaufkleber.
Ein Leser schaut genauer hin, was in diesen Kreisen bereits als staatsgefährdend gilt. Er schreibt höflich, LP.8.1 sei doch der Impfstoff vom letzten Jahr. Wohlgemerkt: Er ist nicht einmal gegen die Spritze. Er will nur die aktuelle Version, ein Musterschüler, der nach dem neuesten Lehrbuch fragt.
Für den Kanalbetreiber war das zu viel.
Für die Spinner, die ihm so etwas erzählen, gelte: Wer keine Ahnung habe, solle die Schnauze halten. WHO und EMA hätten LP.8.1 für 2026/2027 empfohlen. Erst denken, dann schreiben.
Als weitere Leser widersprechen, ist der wissenschaftliche Teil beendet. Einem schreibt er „Fresse“. Den nächsten nennt er „Schwurbler“, mit lachendem Smiley.
So klingt die Speerspitze der Aufklärung, wenn ihr jemand eine Frage stellt.
Der Kanal läuft unter dem Namen Gert Postel, und so heißt der Mann, der als falscher Arzt bundesweit berühmt wurde. Als gelernter Briefträger, ohne einen Tag Medizinstudium, schwindelte er sich bis zum Leitenden Oberarzt einer psychiatrischen Klinik hoch. Das Landgericht Leipzig verurteilte ihn zu vier Jahren Haft. Danach schrieb er das Buch „Doktorspiele“.
Ausgerechnet dieser Mann erklärt anderen, sie sollten bei medizinischen Fragen die Schnauze halten, wenn sie keine Ahnung haben.
Man liest es zweimal. Dann lacht man.
Die Pointe kommt noch. Der Doktor ohne Doktor hätte vor dem Schreiben lesen können. Die EMA hat für 2026/2027 eine andere Variante empfohlen, nämlich XFG. LP.8.1 darf nur noch übergangsweise verimpft werden, als Restposten. Im Papier der Behörde steht zudem, dass LP.8.1 nicht mehr zirkuliert.
Ein ehemaliger falscher Psychiater lässt sich also gegen eine Variante impfen, die es nicht mehr gibt, ruft die Welt zur Nachahmung auf und beschimpft den Einzigen, der es bemerkt. Satire? Die Screenshots hängen an.
Der ernste Kern: Berühmt wurde dieser Mann mit der Erkenntnis, dass Autorität auch ohne Substanz funktioniert. Kittel und Titel genügen. Heute heißt der Kittel Behörde und der Titel Zulassung. Er hat das System nicht entlarvt. Er ist nur von der Bühne ins Publikum gewechselt und klatscht am lautesten.
„Die EMA hat empfohlen“ ist kein Argument, sondern ein Amen. Wer nachfragt, begeht Gotteslästerung und wird exkommuniziert: Spinner, Schwurbler, Fresse. Nur hat der Hohepriester diesmal die eigene Heilige Schrift nicht gelesen.
Ich sage es klar: Ich halte diese Präparate für einen genetischen Großversuch an der Bevölkerung. Die Argumente hat Sucharit Bhakdi vorgelegt. Ausgeräumt hat sie niemand, übertönt schon, vorzugsweise mit „Fresse“. Die Lipidpartikel bleiben nicht im Oberarm. Körperzellen werden zu Fabriken eines fremden Proteins, dessen Menge niemand kontrolliert. Das Immunsystem kann sich gegen genau diese Zellen wenden.
Dass es trotzdem „Impfung“ heißt, ist ein juristischer Kunstgriff. Das EU-Arzneimittelrecht nimmt Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten ausdrücklich aus der Gentherapie-Definition heraus. Man hat nicht das Etikett der Technik angepasst, sondern die Definition dem Etikett. Ausgerechnet ein Mann, der weiß, was ein falsches Etikett bewirkt, sollte dafür ein Gespür haben.
In der Enquete-Kommission des Bundestages wird die Sicherheit dieser Präparate derweil offen bestritten. Vielleicht schreibt er der Kommission auch einmal „Fresse“.
Bleiben zwei Fragen. Wenn alles so sicher ist, warum braucht man so viele Schimpfwörter, um es zu verteidigen? Und wenn schon ein Briefträger jahrelang als Oberarzt durchging: Wie viel Vertrauen verdient ein System, das sich bis heute auf Titel, Kittel und Stempel verlässt?
Euer Rainer Taufertshöfer
Post #13676
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