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TEIL 4/5 – DIE HISTORISCHE VERBINDUNG ZUR SOWJETISCHEN BIOWAFFENFORSCHUNG
Auch hier muss man Vergangenheit und Gegenwart strikt auseinanderhalten.
Das Irkutsker Institut ist heute offiziell eine Einrichtung zur Erforschung und Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten.
Einen belastbaren öffentlichen Beleg dafür, dass dort heute offensive biologische Waffen entwickelt werden, gibt es nicht.
Historisch gehörte das Institut jedoch zum sowjetischen Anti-Pest-System.
Der Biowaffenforscher Raymond A. Zilinskas beschrieb 2006 in Critical Reviews in Microbiology, dass dieses System während der Sowjetzeit zunächst Aufgaben innerhalb des biologischen Abwehrprogramms „Problem 5“ übernahm.
Ab Mitte der 1970er Jahre wurden Teile des Systems auch in Arbeiten für das offensive Programm „Ferment“ eingebunden.
Hinzu kommt eine personelle Verbindung.
Der Mikrobiologe Igor Domaradskij leitete von 1957 bis 1964 das Irkutsker Anti-Pest-Institut.
Später wurde er zu einer wichtigen Persönlichkeit innerhalb des sowjetischen Biopreparat-Komplexes, der mit dem offensiven sowjetischen Biowaffenprogramm verbunden war.
Diese historische Verbindung existiert.
Aber:
Eine historische Verbindung beweist kein heutiges Biowaffenprogramm.
Und sie beweist schon gar nicht, woran Darya Shipilova gestorben ist.
Gerade deshalb sollte man die Geschichte weder verharmlosen noch dramatisieren.
Fortsetzung in Teil 5.
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