"Er verkörperte das moderne Norwegen"
König Harald V. von Norwegen verstarb vorgestern, und der deutsche Blätterwald ist voll von Huldigungen. Og. Zitat stammt aus dem Stern. "Er einte das Land in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung." "Ein Monarch, der einem Land mit Witz und Bescheidenheit Halt gab – und unbequeme Wahrheiten aussprach." "Fels in der Brandung für Norwegen." Das sind Beschreibungen aus anderen bundesdeutschen Leitmedien für den König, dessen persönlicher Wahlspruch schlicht "Alles für Norwegen!" lautete.
Übrigens sind das die gleichen Medien und Journalisten, die sich lustig machen und einen geradezu für verrückt erklären, wenn man sich so einen Fels in der Brandung auch für Sachsen wünscht. Jemanden, der, über dem Parteiengezänk stehend, dem Land Halt gibt, es in Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung eint. Kurz gesagt: einen König.
Daß mehrere Mitglieder der sächsischen Königsfamilie derzeit im Exil außerhalb Deutschlands leben (aber natürlich trotzdem regelmäßig Sachsen besuchen), ist übrigens eine hervorragende Voraussetzung, das Land zu einen. Immerhin wird man dort vom bundesdeutschen Wahnsinn nicht angesteckt.
Warum soll etwas, das für Norwegen, Belgien, Luxemburg, Spanien, England gut ist, für Sachsen undenkbar sein?
Die Trauerfeier für König Harald werden hunderttausende Norweger besuchen. Eine Million Sachsen sollen 1932 den Sarg unseres Friedrich August begleitet haben. Popularitätswerte, die keiner derjenigen erreicht, die meinen, es gehe ohne König besser.
Lassen wir uns also von den bundesdeutschen Propagandisten nicht hereinreden. Erinnern wir sie an Ihre Lobeshymnen für ausländische Monarchen. Wir möchten wieder einen eigenen König, auf den wir stolz sein können!
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