🐝 Bienen können Pollen aus einer Blüte buchstäblich herausrütteln
Nicht jede Blüte gibt einem Besucher freiwillig Pollen heraus. Bei einigen Pflanzen befindet er sich in röhrenförmigen Staubbeuteln und fällt fast nicht nach außen heraus.
Einige Bienen haben eine erstaunliche Lösung gefunden. Sie klammern sich an die Blüte und setzen die Flugmuskeln in Gang, ohne dabei abzuheben. Es entsteht eine starke Vibration, die auf die Blüte übertragen wird — und der Pollen fliegt aus kleinen Öffnungen in den Staubbeuteln heraus. Das nennt man buzz pollination, oder Vibrationsbestäubung.
Man kann sich das wie ein Salzstreuer vorstellen, den man schütteln muss. Doch Forscher aus Wien haben gezeigt, dass die eigentliche Mechanik deutlich komplizierter ist. Die Blüte ist kein starrer Behälter: Ihre Staubblätter biegen sich und vibrieren, und ihre Form sowie ihre mechanischen Eigenschaften bestimmen, wie genau die Energie der Biene auf den Pollen übertragen wird.
Das heißt, nicht nur die Frequenz, mit der die Biene „summt“, ist wichtig. Die Blüte selbst wirkt als mechanisches System, das Vibrationen verstärken oder verändern kann.
Diese Art der Bestäubung wird von Tausenden Pflanzenarten genutzt. Zu den dem Menschen bekannten Beispielen gehören Tomaten und einige andere Vertreter der Nachtschattengewächse. Deshalb bedeutet das seltsame Summen einer Hummel in der Nähe einer Blüte manchmal nicht den Versuch abzuheben, sondern eine ganz konkrete Arbeit zur Pollenbeschaffung.
Und so entsteht eine erstaunliche Kooperation zweier völlig unterschiedlicher Organismen: Die Biene hat einen Motor, und die Blüte hat eine Konstruktion, die auf ihre Vibrationen abgestimmt ist.
🔬 Die Studie wurde von der TU Wien vorgestellt
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