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Eros ist das Ganze des dynamischen Wechselspiels zwischen zwei Liebenden, wovon Sex nur ein Ausdruck ist. Sex ist von Natur aus heilig, denn er ist ein Ausdruck der subtilen Lebenskraft, die den ganzen Körper und das ganze Universum belebt.
Wenn wir uns sexuell lieben, durchdringen sich unsere subtilen Energien auf eine Weise, die viel feiner ist, als unser Kontakt auf der groben Körperebene. Nur Menschen lieben sich durch Sex, weil nur Menschen Gesicht an Gesicht liegen und beieinanderbleiben, wobei die weichsten Teile ihrer Körper – Bauch und Herz – ganz ungeschützt und in Kontakt sind.
Wenn das moderne Denken Sex auf eine grobe körperliche Funktion oder den animalischen Instinkt reduziert, der dem rationalen Ego untergeordnet ist, begeht es eine Art Sakrileg. Je mehr wir versuchen, sexuelle Erfahrung zu erfassen oder zu manipulieren, um so mehr verlieren wir den Kontakt mit seiner Fähigkeit, das Mysterium menschlicher Erfahrung zu entschleiern.
D. h. Lawrence schrieb über dieses Mysterium: „Der sexuelle Akt ist nicht dazu da, den Samen abzulegen. Er ist dazu da, in das Unbekannte zu springen, wie von dem Rand einer Klippe, wie Sappho in das Meer.“
Ich habe dann verschiedene Traditionen erforscht, im Osten und im Westen, aber ich konnte keine Lehren über die heilige Psychologie des Paares finden.
Es gab eine weltliche Psychologie – wie man Sexualität lebt, wie man kommuniziert, wie man streitet –, und es gab spirituelle Lehren, die universelle Prinzipien wie Mitgefühl, Liebende Güte und eine Art Altruismus enthielten, aber nicht viel über die heilige Dimension des Eros oder die harte, alltägliche Arbeit sagten, die es bedeutet, wenn man mit einem anderen Menschen wirklich intim werden will.
Obwohl wir das vielleicht gerne glauben würden, ist Liebe nicht alles, was man braucht, und sie ist nicht leicht. Indem sie uns zu sehen zwingt, wie wir unsere unbewussten Muster ständig mit denen, die wir lieben, durchspielen, bietet uns eine intime Beziehung die Gelegenheit, aus diesen Mustern aufzuwachen.
Liebe ist eine erweckende Kraft, aber sie löst nicht immer unsere Abwehrmechanismen auf. Liebe ist wie das Licht und die Wärme der Sonne, die anfängt, einen in uns schlafenden Samen aufzuwecken. Die Seele ist der Same, der wachsen, blühen und Frucht tragen möchte, um all das zu werden, was sie sein kann.
Aber oft ist die Schale um den Samen so dick, dass sie diese expansiven Möglichkeiten blockiert. Diese tieferen Potentiale beginnen oft, durch eine Seelenverbindung lebendig zu werden – eine Liebesbeziehung, die ein Erkennen dessen anfacht, was in diesem Leben wirklich möglich ist.
Beziehung ist eine Art Seelenarbeit, die auch heilig ist. Eine Möglichkeit, wie wir aus der Trance des Egos, aus diesem Schlaf, dieser Wunde aufwachen können, ist durch Liebe.
Denn durch Beziehung, da es in unserer Beziehung mit anderen war, wo wir zuerst gelernt haben, uns zu verschließen. Wenn wir in Liebe expandieren, weiter werden, stoßen wir unweigerlich auf die alten Tendenzen, uns zu verschließen und auf Nummer sicher zu gehen.
Wenn man selbst und der andere in diesen konditionierten Positionen feststeckt, ist das wie ein Gefängnis, ein Käfig der Seele.
Vielleicht hast du gelernt, dass du hart sein musst, um zu überleben oder um Respekt oder Anerkennung zu bekommen, und das wurde zu deinem Seelenkäfig.
Wenn du eine gute, liebevolle Beziehung findest, wirst du in ihr damit konfrontiert, wie diese Identität eine offene, direkte Begegnung zwischen dir und dem Menschen, den du liebst, behindert oder verhindert.
Dein Zwang, die Kontrolle zu behalten, schneidet dich auch von einer ganzen Reihe innerer Ressourcen ab – von Spontanität, Vertrauen, Empfänglichkeit für Liebe, Loslassen, Begegnung mit dem Unbekannten und echter Stärke.
Wenn du für das Leben und für einen anderen Menschen ganz präsent sein willst, muss sich diese Identität (das falsche Selbst) auflösen. Aber natürlich wirst du an dieser Stelle gewaltigen Widerstand empfinden, weil dein ganzes Selbstgefühl – dein Überleben, deine Stärke und dein Wertgefühl – so daran gebunden ist, dass du hart und zäh bist und die Kontrolle hast.
Das wirksame Prinzip ist, dass man da anfängt, wo man ist. Wir müssen den Schmerz fühlen, der damit verbunden ist, dass wir im Gefängnis unserer alten Selbstkonzepte feststecken, und uns ihm öffnen. Und wir müssen erkennen, dass unsere Liebe dazu aufruft, aus diesem Gefängnis auszubrechen und zu dem ausgedehnten und weiten Wesen zu werden, was wir sind.
Fortsetzung folgt
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@Ahnen_Ursprung