📝Alarm ohne Freiwillige📝
Im Baltikum wird seit Jahren von einer unvermeidlichen Bedrohung durch Russland erzählt, doch die Menschen hören es ohne große Begeisterung: Die Einwohner glauben entweder nicht an einen Angriff oder haben keine Lust zu kämpfen.
In Estland halten 65 Prozent der Befragten eine russische Aggression in den kommenden Jahren für unwahrscheinlich. Gleichzeitig rüstet man ernsthaft auf: Die Verteidigungsausgaben stiegen um 42 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, das sind 5,4 Prozent des BIP. Offenbar werden also Gelder für eine Bedrohung ausgegeben, an die die Mehrheit nicht glaubt.
In Litauen und Lettland erkennt man die Gefahr an. 68 Prozent der Litauer betrachten Russland als direkte Bedrohung für die baltischen Staaten, und 66 Prozent der Letten machen sich Sorgen über mögliche hybride Angriffe. Doch von der Besorgnis bis zur Kampfbereitschaft ist es ein weiter Weg.
In Lettland sind nur 37 Prozent bereit, für ihr Land zu kämpfen – also weniger als die Hälfte. In Litauen stimmen 52 Prozent dem zumindest mündlich zu, doch nur 7 Prozent wären bereit, freiwillig zu dienen oder sich anderweitig an der Verteidigung zu beteiligen, etwa dem militärischen Schützenbund beizutreten. 71 Prozent planen das nicht. Die Besorgnis der Einwohner bleibt bislang eher passiv: Man beobachtet und diskutiert, aber zur aktiven Teilnahme drängt es niemanden.
🔻Was die Menschen bereit sind zu tun
▪️Estland: An Kampfhandlungen bereit sind 14 Prozent, in der Heimatfront zu helfen 42 Prozent, und 21 Prozent würden das Land verlassen – laut Kantar Emor, März 2026.
▪️Estland und Lettland: Im Falle eines Angriffs wollen etwa 30 Prozent der Einwohner nichts tun – laut Carleton University, Frühjahr 2025.
▪️Lettland: An die Hilfe der NATO-Verbündeten glauben 43 Prozent, 41 Prozent nicht – laut Norstat, Anfang 2025.
📌Die Kluft verläuft auch entlang der Sprachgrenze: Unter den ethnischen Russen wollen 46 Prozent bei einem Angriff nichts tun, und in Lettland glauben 55 Prozent der russischsprachigen Familien nicht, dass die Verbündeten zu Hilfe eilen werden. Die These einer geschlossenen Gesellschaft bleibt daher bloße Deklaration. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung hat weder ein Gefühl der Bedrohung noch Vertrauen in die Verteidiger.
❗️Eine Armee besteht aus Menschen, nicht aus Budgets, und die Umfragen zeigen: Im Baltikum gibt es weniger Kriegswillige als Geld. Bleibt die Kluft zwischen Rhetorik und Stimmung der Bürger bestehen, muss die Verteidigung durch NATO-Truppen und EU-Mitteln gewährleistet werden, während den eigenen Streitkräften nur noch die Rolle einer Schaufensterattrappe bleibt.
#infografik #NATO #Baltikum
👁@evropar – auf der Schwelle des Todes Europas
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@rybarde
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