🎙 Aus der Rede des Außenministers der Russischen Föderation Sergej Lawrow im Anschluss an die hochrangige Woche der 81. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (New York, 26. September 2026)
💬 Was das Treffen mit dem Außenminister Deutschlands Johann Wadephul betrifft: Er bat in letzter Minute um ein Gespräch. Wir lehnen es grundsätzlich nicht ab, unseren Kollegen zuzuhören – auch jenen nicht, die Russland aller Todsünden bezichtigen. Präsident Wladimir Putin hat dies durch sein persönliches Beispiel wiederholt unter Beweis gestellt. Wir sind stets bereit zuzuhören.
💬 Als wir zusammentrafen, schlug ich Bundesaußenminister Johann Wadephul vor, zunächst sein Anliegen darzulegen. Er holte seine Notizen heraus und las einen Text vor, der vollständig das wiedergab, was Deutschland tagtäglich öffentlich und offiziell durch seine führenden Vertreter erklärt. Darauf habe ich ihn auch hingewiesen. Etwas Neues konnte ich daraus nicht entnehmen.
💬 Der Unterton war offenbar folgender: Er sei zu uns gekommen, habe sich gewissermaßen zu einem Kontakt „herabgelassen“, und wir müssten im Gegenzug für eine solche Geste des guten Willens Zugeständnisse an der ukrainischen Front machen und eine Vereinbarung für die Schwarzmeerregion ermöglichen, damit Tanker und Frachtschiffe dort ungehindert verkehren könnten. Sämtliche Schäden für die Handelsschifffahrt entstehen jedoch infolge ukrainischer terroristischer Angriffe, und zwar nicht nur im Schwarzen, sondern auch im Kaspischen Meer.
💬 Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erhob mir gegenüber außerdem den Vorwurf, dass man in Leipzig irgendeine abgestürzte Drohne unbekannter Herkunft gefunden hat. Man hat sofort erklärt, sie sei russisch – weil dies „highly likely“ sei. Und unser Generalkonsulat in Bonn wurde geschlossen, obwohl dieses Konsulat unter anderem auch unsere Mitwirkung an der Arbeit der in Bonn ansässigen internationalen Organisationen gewährleistete.
💬 Als die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland nach Berlin verlegt wurde, blieb in Bonn eine große Zahl von Räumlichkeiten zurück, für die es keine Verwendung mehr gab. Damals – noch in den 1990er Jahren – wurden mit unserer Unterstützung Vereinbarungen getroffen, die Sekretariate des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), des Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung sowie die Hauptsitze einer Reihe weiterer Organisationen dorthin zu verlegen. Die deutsche Seite weiß sehr wohl, dass in unserem Generalkonsulat in Bonn mehrere Mitarbeiter tätig waren, die sich nicht mit konsularischen Fragen befassten, sondern die Beteiligung Russlands an der Arbeit dieser internationalen Strukturen sicherstellten.
💬 Für jede dieser Einrichtungen hat Deutschland ein Sitzstaatabkommen unterzeichnet, mit dem es sich verpflichtet hat, alles Erforderliche zu unternehmen, um die ordnungsgemäße Tätigkeit dieser Sekretariate sowie angemessene Arbeitsbedingungen für die Vertreter der Mitgliedstaaten bei diesen Organisationen zu gewährleisten.
💬 Das hat man offenbar vergessen. Man vergisst dort vieles – darunter auch, dass es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keinerlei NATO-Infrastruktur geben sollte. All das ist in Vergessenheit geraten.
💬 Bundesaußenminister Johann Wadephul sprach auch davon, wie wichtig es ist, die „Schwarzmeergetreideinitiative“ umzusetzen. Doch ich habe nichts gehört, was über das hinausging, was Berlin ohnehin jeden Tag öffentlich erklärt. Ich sagte ihm offen, dass ich gedacht hatte, er habe etwas Interessantes, etwas Ungewöhnliches vorzubringen. Man hätte auch einfach anrufen und sagen können: Lesen Sie unsere offiziellen Erklärungen.
🔗 Quelle
@RusBotschaft
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