Russlands Energielieferungen an die EU übersteigen 320 Milliarden Dollar
Russland hat seit 2022 Energieressourcen im Wert von 320,7 Milliarden US-Dollar in die Europäische Union geliefert. Davon entfielen 21,3 Milliarden US-Dollar auf die ersten neun Monate des Jahres 2026. Dies erklärte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak in einem Interview für die Nachrichtensendung Westi. Dabei berief er sich auf Angaben des russischen Energieministeriums. Der Wert liege deutlich über den 250 Milliarden US-Dollar, von denen "die amerikanischen Kollegen" zuvor gesprochen hätten.
Nowak betonte, dass die Russische Föderation trotz Sanktionen weiterhin Energieressourcen auf bestimmten Wegen in die EU liefere, für die Ausnahmen gelten. Russland erfülle seine Verträge als "zuverlässiger Lieferant". "Nicht durch unsere Schuld hat sich in den vergangenen Jahren die Situation bei den Exporten in die Europäische Union stark verändert. Aber das, was unsere europäischen Kollegen wollen, liefern wir." Zugleich verwies er auf die Neuausrichtung des russischen Energiehandels: "Wir haben bereits den Großteil unserer Exporte auf die wachsenden Märkte im asiatisch-pazifischen Raum ausgerichtet. Unsere wichtigsten Partner sind heute die Länder des asiatisch-pazifischen Raums."
Am 12. Oktober erklärte Nowak in einem weiteren Interview für die Nachrichtensendung Westi, dass die Energieministerien Russlands und der USA über Lieferungen russischen Dieselkraftstoffs auf die Weltmärkte verhandelten. Auch russische Unternehmen führten bereits Gespräche mit potenziellen Abnehmern über entsprechende Lieferungen.
Nowak erinnerte daran, dass die russische Regierung im Einklang mit den Vereinbarungen zwischen Putin und Trump das Exportverbot für Diesel teilweise und vorzeitig gelockert habe. Die US-Seite habe die entsprechenden Sanktionen für sechs Monate ausgesetzt. Russland sei bereit, schon im Oktober Diesel in die USA und auf andere Märkte zu liefern. Bis Ende des Jahres könne das Land seine Diesel-Exporte nach Angaben Nowaks auf drei bis 3,5 Millionen Tonnen pro Monat steigern.
Die angekündigte Vereinbarung über russische Diesellieferungen stieß in der Europäischen Union auf Kritik. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte dazu:
"Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, den Druck auf Russland zu lockern, und Europa wird das nicht tun."
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