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Magdeburger Bischof kritisiert christliche AfD-Wähler

Der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt kritisiert. Er sei „ernüchtert, befremdet und besorgt“, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Auf die Frage, weshalb fast jeder dritte christliche Wähler für die AfD gestimmt habe, nannte Feige mehrere mögliche Gründe. Manche hätten sich vermutlich nicht mit dem Parteiprogramm beschäftigt, sondern aus Frust über die bisherige Politik einen freundlich erscheinenden Bekannten aus ihrer Umgebung gewählt. Andere schienen „einem identitären Kulturchristentum anzuhängen und wenig oder gar nichts vom Hauptgebot der Nächstenliebe zu halten“.

Hinzu kämen nach Ansicht des Bischofs „die rechtskonservativen Kreise, die sich an Themen der Sexualität und Lebensweisen abarbeiten und meinen, in der AfD besser vertreten zu sein als in den Kirchen“. Feige hatte bereits vor der Landtagswahl wiederholt vor einer Regierung der Partei gewarnt. Die AfD erreichte bei der Wahl 43,8 Prozent und stellt die mit Abstand größte Fraktion.

Der Bischof kritisierte zudem eine Religiosität, die vor allem auf das persönliche Seelenheil ziele. Gerade neue Christen verstünden den Glauben mitunter als „Wohlfühl-Elixier“ und weniger als Auftrag für das Zusammenleben. Daraus entstehe auch die Forderung, die Kirche solle sich aus der Politik heraushalten.

Ihn erreichten dazu teilweise „geradezu hasserfüllte und unflätige Reaktionen“. Die formale Kirchenmitgliedschaft bedeute noch nicht, Sinn und Auftrag der Kirche verstanden zu haben, erklärte Feige. „Im Extremfall können selbst Christen zu Verbrechern werden.“

Den Vorwurf, durch seine Positionierung gegen die AfD selbst zur gesellschaftlichen Spaltung beizutragen, wies er zurück. Wer für Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe eintrete, müsse sich einen solchen Vorwurf nicht gefallen lassen. Das finde er „skurril“. Seine öffentliche Rolle habe er sich nicht ausgesucht, sie sei „gewissermaßen über mich gekommen“.

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