💡 Mehr „Tages“-Licht am Tag und weniger am Abend: Verbessert das den Schlaf?
Der Rat wirkt fast selbstverständlich: die Beleuchtung tagsüber heller machen und sie abends dimmen, um die innere Uhr des Körpers zu unterstützen. Doch ein frisches Experiment hat gezeigt, dass der Schlaf etwas komplizierter ist.
An der Studie CleverLights nahmen 12 Personen mit einem Durchschnittsalter von etwa 66 Jahren teil, die über schlechten Schlaf klagten. Jeder Teilnehmer verbrachte im Labor zwei dreitägige Phasen mit unterschiedlicher Beleuchtung. In einem Fall wurde tagsüber Licht mit einem deutlich höheren Blauanteil verwendet, und drei Stunden vor dem Schlafengehen wurde seine Intensität stark verringert.
Den Schlaf maßen sie nicht nach dem Empfinden und auch nicht mit einem Fitnessarmband, sondern mithilfe von EEG und Polysomnographie.
Das Ergebnis war unerwartet: Die Menschen wachten nachts nicht seltener auf, schliefen nicht schneller ein und schliefen nicht länger. Der Hauptindikator — die Wachzeit nach dem Einschlafen — verbesserte sich statistisch signifikant nicht.
Einige physiologische Veränderungen fanden die Forscher dennoch — zum Beispiel änderte sich eine bestimmte Gehirnaktivität während des Schlafs und die Wärmeabgabe vor dem Einschlafen. Doch die Autoren schreiben ausdrücklich: Einen Nachweis für eine Verbesserung des Schlafs selbst gelang nicht.
Das ist ein nützliches Beispiel dafür, warum selbst vernünftige Alltagsempfehlungen nicht zu magischen Regeln werden sollten. Tageslicht und ruhige abendliche Beleuchtung können ein praktischer Teil des Tagesrhythmus sein, aber eine einzelne Lampe garantiert keinen guten Schlaf.
Und die Studie war sehr klein — nur 12 Teilnehmer. Daher ist das eher ein interessanter Hinweis für weitere Arbeit als das letzte Wort der Wissenschaft.
Studie im Journal of Sleep Research
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