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Preußische Impfung mit dem teutonischen Geist (1/2)
#geostrategie
Dies ist eine Fortsetzung und Aufschlüsselung des Themas der Germanischen Welt.
Das Spätmittelalter (Krise des Feudalismus) in Europa (XIV.-XV. Jh.) war eine Zeit der permanenten Kriege aller gegen alle. Die adelige Ritter verloren ihren Status und wurden auf dem Schlachtfeld durch Söldnerheere (Schweizer Infanterie, Landsknechte usw.) ersetzt. Feuerwaffen und Kanonen vernichteten Rittertum und Feudalismus. Kriege waren nicht mehr für die stärksten Länder möglich, denn das Geld stand an erster Stelle, das ermöglichte große Armeen anzuheuern. Reiche Handelsrepubliken (Venedig, Holland usw.) konnten eine Armee aufstellen, die mit einem großen Königreich vergleichbar war. Oftmals wurden Kriege mit geliehenem Geld und auf gut Glück begonnen, die Kosten sollten dann durch eroberte Gebiete gedeckt werden: Antwerpen (Spanische Furie, 1576), Magdeburg (1631) u.v.a.

Der Höhepunkt war der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), als Söldner- und Berufsheere mehrmals mit Feuer und Schwert durch Deutschland zogen, sich von "leicht zugänglichem Futter" ernährten und vom Krieg lebten. Die Begriffe wie Nationalität und Religion waren für die Söldner zweitrangig. Bei der Analyse der militärischen Aktionen der Schweden, Franzosen, Holländer, Spanier usw. ist zu bedenken, dass es nur sehr wenige Vertreter der Titularnation geben konnte. Die Aktivität erfolgte, nachdem man Geld gefunden / erhalten hatte, wie es bei den Schweden in den Jahren 1630-1635 der Fall war.

Bis zum 17. Jahrhundert hatten die Nachbarländer Deutschlands die feudale Zersplitterung überwunden, was man vom Mittelland Europas nicht behaupten konnte. Der Versuch, die Macht des Kaisers durch die Schwächung von Kurfürsten, Herzögen und Königen zu zentralisieren, führte zu einem anderen Ergebnis. Die Reichsreform (1495) und die darauf folgenden Veränderungen im Heiligen Römischen Reich verschlimmerten die Lage nur noch. Sein Territorium wurde in Reichskreise eingeteilt (1512 waren es bereits 10), innerhalb derer die Regel "ein Staat, eine Stimme" eingeführt wurde, und das Prinzip des "Landfriedens" (Verzicht auf die Anwendung von militärischer Gewalt zur Lösung von Konflikten) wurde zur Norm um die kleinen staatlichen Gebilde zu erhalten. Statt einer schrittweisen Ausweitung gab es eine Konservierung der germanischen Staaten, was nach einigen Jahrzehnten zur Schwäche und fehlender Kriegstüchtigkeit führte.

Ursprünglich sollte dieses Konzept die Macht der großen Akteure, der Rivalen des Kaisers, geschwächt werden, indem sie gegen den kollektiven Willen von Hunderten von Reichsstädten, Bistümern, Abteien, Grafschaften und anderen kleinen Gebilden gestellt wurden. Allerdings geschah dies zur falschen Zeit, denn der Kaiser hat es nicht geschafft, rechtzeitig Macht und Einfluss zu erlangen, indem er sich auf den Konsens der Schwachen stützte. Die Reformation (Anfang 1517) und die darauf folgenden Kriege, in denen Söldner die Hauptrolle spielten, führten zur Aufrechterhaltung einer allgemein schwachen Position.

Die zweite Hälfte des XVII. und das gesamte XVIII. Jh. wurden zu einer Zeitdauer allgemeiner Schwäche, der Erschöpfung des Potentials, des Verlusts des militärischen Geistes und Passionarität in den germanischen Staaten. Konflikte wurden allmählich friedlich gelöst, und das geschaffene System von Gegengewichten verhinderte aktiv die Stärkung von wem auch immer. Die Eroberungen Napoleons, die Säkularisierung, die Ausweitung und die anschließende Festlegung der neuen Grenzen infolge des Wiener Kongresses (1814-1815) wühlten den geopolitischen Sumpf auf und eröffneten ein Fenster der Möglichkeiten. Allerdings war der Geist in weiten Teilen Deutschlands erschöpft, mit Ausnahme Preußens (bis 1525 Deutscher Orden). Preußen war ein mehr passioniertes, soldatenorientiertes und militarisiertes Randgebiet, das gezwungen war, ständig mit äußeren Feinden zu kämpfen (Reichskreise-Regeln galten nicht). Es nahm die Slawen und Balten auf und wurde zum Kern der deutschen Einigung.

Fortsetzung folgt..

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