🔸Der Aufstieg des Rapsöls in die Küche🔸
Raps (Brassica napus) ist eine relativ junge Kulturpflanze, jedoch eine wirtschaftlich sehr bedeutende Nutzpflanze. Wahrscheinlich ist er aus einer Kreuzung zwischen dem Wilden Gemüsekohl (Brassica oleracea) und Rübsen (Brassica rapa) im Mittelmeerraum, dem Kontaktgebiet beider Ausgangssippen, hervorgegangen. Raps ist eine einjährige Krautpflanze mit aufrechter, verzweigter Sprossachse. Sie gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse, wie Rübe und Kohl. Die Kohlrübe ist eine Kulturform des Rapses. Die Rapspflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30-150 cm. Die Pflanzen sind von grau-blauer Farbe und bilden eine Pfahlwurzel aus. (...)
Es werden neben Winter- und Sommerraps Sorten für die Ölgewinnung von blattreichen Futterrapssorten unterschieden. Derzeit werden in Deutschland fast ausschließlich Sorten angebaut, die frei von Erucasäure und arm an Glucosinolaten sind. Diese stehen jedoch unter ernstem Verdacht bei vielen Wildtieren tödlich verlaufende Vergiftungen zu verursachen. Ein hoher Anteil an Öl- und Linolsäure ohne bitter schmeckende Erucasäure ist besonders bei der Speiseölgewinnung von größter Wichtigkeit. Raps muss arm an Glucosinolaten sein, um die Verfütterung von eiweißreichen Pressrückständen an Nutzvieh zu ermöglichen. Für spezielle technische Belange (z. B. Tensidherstellung) erscheinen Sorten mit erhöhtem Gehalt an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren interessant.*
Das bittere Rapsöl wurde um 1850 eher als Lampenöl als zum Kochen benutzt. Dies betraf andere Öle ebenso, die heute in der Küche genutzt werden. Dann ersetzte Petroleum die Lampenöle.
Es folgte eine Nutzungsphase bis etwa 1910 als Leim, in Gemeinschaft mit Leinöl und Mehl; — probiere es mal zum Basteln.
Ab 1915 finden sich vermehrt Quellen, die Sonnenblumen-, Nuss- und Rapsöl in einem Atemzug für die Küche nennen.
In den 1960er Jahren wurden neue Kreuzungen mit weniger Bitterstoffen gestaltet. Dies ist auch ein Indiz dafür, wie sehr sich das Geschmacksempfinden in den Jahrzehnten veränderte hin zu: wenig bitter, wenig sauer, mäßig scharf, leicht süß usw.
Seither wird Rapsöl als gesundes Öl vermarktet. Dabei ist raffiniertes, hitzebeständiges Rapsöl von naturbelassenem, nativem, kalt gepresstem Rapsöl zu unterscheiden.
Raffiniertes Rapsöl wird durch eine Kombination aus Pressen und einer anschließenden chemischen oder physikalischen Reinigung (Raffination) hergestellt. Zuerst werden die Rapssamen gereinigt, zerkleinert und mechanisch gepresst, wobei ein Rohöl und ein Presskuchen entstehen. Das Öl wird dann raffiniert, um unerwünschte Stoffe wie freie Fettsäuren, Farbstoffe, Geruchs- und Geschmacksstoffe zu entfernen und das Öl zu stabilisieren.*
Drei Viertel des in Deutschland 2007 erzeugten Rapsöls wurden zur Erzeugung von Biokraftstoffen (Biodiesel) oder zur Verwertung in der Industrie verwendet.*
Es bleibt die Frage ob etwas, das als Lampenöl diente, gesund ist 😉
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