👨🎨 150. Geburtstag von Iwan Bilibin
Im Jahr 2026 jährt sich der Geburtstag von Iwan Jakowlewitsch Bilibin zum 150. Mal. Er war ein herausragender russischer Künstler, Buchillustrator und Bühnenbildner sowie der Schöpfer des unverwechselbaren „Bilibin-Stils“.
🏛 Iwan Bilibin wurde am 16. August 1876 unweit von Sankt Petersburg geboren. Sein Vater war Marinearzt, doch weder die Medizin noch das Meer interessierten Iwan. Nach dem Gymnasium nahm Bilibin ein Jurastudium an der Universität Sankt Petersburg auf und widmete sich gleichzeitig intensiv der Kunst. Er besuchte die Zeichenschule der Gesellschaft zur Förderung der Künste und die Kunstschule von Maria Tenischewa, studierte Malerei in München bei Anton Ažbe und später bei Ilja Repin.
1899 hielt sich Bilibin im Dorf Jegny im Gebiet Twer auf. Dort schuf er Illustrationen zum russischen Volksmärchen „Vom Zarewitsch Iwan, dem Feuervogel und dem grauen Wolf“. In dieser Zeit begann sich sein unverwechselbarer Märchenstil herauszubilden: gedämpfte Farben, klare Linien und kunstvolle Ornamente. Großen Einfluss auf sein Schaffen hatten auch seine Reisen durch den Russischen Norden. Dort studierte Bilibin traditionelle Holzarchitektur, Volkstrachten, Ornamente und Gegenstände des alltäglichen Lebens.
🎨 Der Künstler zeichnete zunächst mit Tusche und einem abgeschrägten Pinsel und kolorierte die Zeichnungen anschließend mit Aquarellfarben. Seine Linien setzte er sicher und nahezu ohne Korrekturen, was ihm den Beinamen „Eiserne Hand“ einbrachte.
Berühmt wurde Bilibin vor allem durch seine Illustrationen zu russischen Volksmärchen und Werken von Alexander Puschkin. Darüber hinaus entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für Theaterinszenierungen sowie Buchumschläge, Plakate und Ornamente. Auch im Bereich der architektonischen Gestaltung war er tätig, unter anderem arbeitete er an den Gebäuden der Redaktion der Zeitung „Russkoje Slowo“ in der Twerskaja-Straße in Moskau und der Staatsbank in Nischni Nowgorod.
🖼 Nach der Revolution lebte Bilibin zunächst in Ägypten und später in Frankreich. 1936 kehrte er in die Sowjetunion zurück, ließ sich in Leningrad nieder und lehrte an der Allrussischen Akademie der Künste. Während der Blockade von Leningrad lehnte der Künstler eine Evakuierung ab. Iwan Bilibin starb am 7. Februar 1942 in der belagerten Stadt.
Auch 150 Jahre nach seiner Geburt gehören Bilibins Werke zu den bekanntesten und prägendsten künstlerischen Darstellungen der Welt des russischen Märchens.
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