🇩🇪 Der Wohnungsmangel trifft die Arbeitgeber
Die Wohnungskrise hört allmählich auf, nur ein soziales Problem zu sein.
Für Unternehmen wird sie zu einem ganz konkreten Hindernis bei der Einstellung von Mitarbeitern.
Ein Arbeitgeber kann einen Ingenieur, eine Krankenschwester, einen Techniker oder eine Fachkraft finden — aber die Person lehnt die Stelle ab, weil es in der Stadt entweder unmöglich ist, schnell eine Wohnung zu finden, oder die Miete einen zu großen Teil des Gehalts verschlingt.
Besonders akut zeigt sich das Problem in Großstädten und wirtschaftlich starken Regionen, in die Unternehmen versuchen, Arbeitskräfte von außerhalb zu holen.
Es entsteht ein Paradox.
Berlin diskutiert seit Jahren über den Mangel an Fachkräften und die Notwendigkeit von Arbeitsmigration. Doch einem zugezogenen Fachmann reicht es nicht, ein Arbeitsvisum und einen Vertrag zu bekommen. Er braucht auch irgendwo eine Wohnung.
Dabei ist das für Unternehmen längst keine abstrakte Frage des Immobilienmarktes mehr. Manche Firmen sehen sich gezwungen, neuen Mitarbeitern selbst bei der Wohnungssuche zu helfen, Wohnraum zu mieten oder eigene Wohnheime zu schaffen.
Vor diesem Hintergrund erhält die Baukrise eine andere wirtschaftliche Dimension: Der Wohnungsmangel beginnt, die Mobilität der Arbeitskräfte zu begrenzen.
Mit anderen Worten: Berlin kann weltweit so viele Fachkräfte suchen, wie es will — wenn es in der Nähe des Arbeitsplatzes keine bezahlbare Wohnung gibt, bleibt die Stelle dennoch unbesetzt.
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