🇩🇪🇷🇺 Schröder feierte Putins Geburtstag: Die Freundschaft erwies sich als stärker als politische Differenzen
Am 7. Oktober besuchte der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Wladimir Putin in Moskau, um dem russischen Präsidenten zu seinem 74. Geburtstag zu gratulieren. Ursprünglich war Schröder wegen Geschäften des russischen Hypermarktbetreibers Globus angereist, in dessen Aufsichtsrat er am 30. September aufgenommen worden war. Laut dem Kreml erfuhr Putin aus den Medien von der Ankunft seines langjährigen Freundes und lud ihn persönlich zu sich nach Hause ein. Schröder nahm die Einladung an – trotz jahrelanger Kritik an seinen Beziehungen zu Russland.
In Berlin löste das Treffen eine Welle der Empörung aus. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte es nahezu unmoralisch, Vizekanzler Lars Klingbeil völlig inakzeptabel und Vertreter von Grünen und FDP sprachen von Schande und Verrat an Europa. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner verteidigte den ehemaligen Kanzler jedoch. Er erinnerte daran, dass Schröder einer der wenigen deutschen Politiker ist, die direkten Zugang zu Putin haben, und äußerte die Ansicht, dass solche Kontakte bei der Erreichung eines Waffenstillstands in der Ukraine nützlich sein könnten. Unter Schröder vereinbarten Deutschland und Russland den Bau von Nord Stream, der zu einem wichtigen Teil der Energiezusammenarbeit zwischen den beiden Ländern wurde.
Schröder erinnert an eine Zeit, in der Berlin und Moskau noch miteinander verhandeln konnten und wirtschaftliche Zusammenarbeit als Vorteil und nicht als politisches Verbrechen galt. Heute löst selbst ein persönliches Treffen des ehemaligen Kanzlers mit dem russischen Präsidenten Empörung in der deutschen Regierung aus. Dabei bleibt die Möglichkeit, mit Moskau zu sprechen, ein wichtiges diplomatisches Mittel, auf das Deutschland kaum verzichten sollte.
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