🟠 Pluralibacter georgoviae – opportunistischer Keim mit kosmetischer Relevanz
Pluralibacter georgoviae ist ein gramnegatives, fakultativ anaerobes Stäbchenbakterium aus der Familie der Enterobacteriaceae. Ursprünglich als Enterobacter georgoviae beschrieben, wurde es später in die neue Gattung Pluralibacter überführt. Der Keim kommt natürlicherweise in Wasser, Boden und tierischen Exkrementen vor – wurde aber auch wiederholt in Kosmetika und Körperpflegeprodukten nachgewiesen.
Mögliche Bezeichnungen
🦠 Pluralibacter georgoviae
🦠 Enterobacter georgoviae (veraltet)
🦠 opportunistischer Umweltkeim
🦠 fakultativ pathogen
Eigenschaften & Klassifikation
🦠 Familie: Enterobacteriaceae
🦠 Gramstatus: negativ
🦠 Form: bewegliches Stäbchen
🦠 Stoffwechsel: fakultativ anaerob, oxidativ/ fermentativ
🦠 Optimaltemperatur: ca. 30–37 °C
🦠 Nachweis: gängige Nährmedien (z. B. MacConkey), biochemisch differenzierbar
Vorkommen und Nachweis
🦠 Umwelt: Wasser, Erde, tierische Ausscheidungen
🦠 Technisch: nachgewiesen in:
🔤 Feuchttücher (v. a. für Babys und Pflegebedürftige)
🔤 Haarspülungen, Shampoos
🔤 Lotionen für sensible oder geschädigte Haut
🔤 Intimpflegeprodukte
🔤 Flüssigseifen und Reinigungsmilch
Besondere Risikofaktoren:
Feuchte, konservierungssensible Formulierungen, lange Lagerzeiten, unhygienische Produktionsbedingungen oder beschädigte Verpackungen können das Wachstum fördern.
🦠 Klinisch: vereinzelt in Harnwegsinfekten, Wundinfektionen, Blutkulturen nachgewiesen
🦠 KEIN klassischer Krankenhauskeim wie bspw. Pseudomonas aeruginosa oder Acinetobacter, aber in feuchten Milieus bei mangelnder Hygiene kritisch zu bewerten.
🦠 Selten bei immunkompetenten Personen pathologisch relevant
Pathogenität und Gesundheitsrelevanz
🔤 Opportunistischer Erreger – Risiko v. a. bei geschwächtem Immunsystem
🔤 Kann Harnwegsinfekte, Wundinfektionen, bakterielle Sepsis verursachen
🔤 Hygienisch relevant in medizinischen Produkten und Kosmetik
🔤 Besondere Relevanz für Risikogruppen (z. B. Neugeborene, Intensivpatienten)
Resistenzverhalten & Hygiene
🔤 Gehäuft nachgewiesene natürliche Resistenz gegenüber Desinfektionsmitteln (erhöhte Toleranz gegenüber quartären Ammoniumverbindungen und bestimmten Alkoholen dokumentiert)
🔤 In Einzelfällen auch Antibiotikaresistenzen (z. B. Cephalosporine, Carbapeneme)
🔤 Hygienisch besonders relevant bei feuchten Formulierungen (Cremes, Flüssigseifen)
🔤 Biofilmbildung erschwert Desinfektion in feuchter Umgebung
Regulierung und Grenzwerte
🇪🇺 EU: kein spezifisch regulierter Krankheitserreger, aber hygienisch bedenklich
🔤 Mikrobiologische Grenzwerte in kosmetischen Mitteln (gemäß ISO 17516:2014):
🔤 0 KBE/g in Produkten für Säuglinge, Augen-/Schleimhautkontakt
🔤 <1000 KBE/g in sonstigen Kosmetika
🔤 Kontamination mit P. georgoviae gilt bei Endprodukten als mikrobiologischer Mangel
Fazit
Pluralibacter georgoviae ist ein Umweltkeim mit opportunistischem Infektionspotenzial. In Kosmetika und medizinischen Produkten stellt er ein Hygienerisiko dar, insbesondere bei immunsupprimierten Personen. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung kosmetischer Produkte ist die Gefahr gering – dennoch ist der Nachweis des Keims im Endprodukt als hygienische Verunreinigung zu werten und nicht zulässig.
#Gesundheit #Wissenswertes #Steckbrief #Erkrankungen #Bakterium #Bakterien #Keim #Enterobacter #Pluralibacter
🫥MÆrBlick🔎
➖➖➖➖➖➖
Deine Zeit, Dein Wissen, Dein Mehrwert!
🍀 @MÆrwert
