🟠 Danthron | 1,8-Dihydroxyanthrachinon
Danthron ist ein synthetisches Anthrachinon-Derivat, das früher als stimulierendes Abführmittel verwendet wurde. Aufgrund seiner potenziell kanzerogenen Eigenschaften ist es in der EU und vielen anderen Ländern nicht mehr für die Anwendung in Lebensmitteln oder Arzneimitteln zugelassen.
Chemische Struktur und Eigenschaften
👉 Summenformel: C₁₄H₈O₄
👉 Molare Masse: 240,21 g/mol
👉 Struktur: Anthrachinon-Grundgerüst mit Hydroxygruppen an den Positionen 1 und 8
👉 Aussehen: Orange-rotes kristallines Pulver
👉 Geruch: Geruchlos
👉 Schmelzpunkt: ca. 190–193 °C
👉 Löslichkeit: Schwer wasserlöslich, besser löslich in organischen Lösungsmitteln (z. B. Ethanol, DMSO)
Vorkommen und Quellen
🔤 Frühere Verwendung als Laxans (starkes Abführmittel), z. B. in Tablettenform
🔤 Bestandteil mancher traditioneller Heilpflanzenzubereitungen (z. B. Rhabarber, Faulbaumrinde – dort jedoch als verwandte natürliche Anthrachinone)
🔤 Verwandt mit anderen Anthrachinonen wie Emodin oder Rhein
Gesundheitliche Risiken und Toxizität
🔤 Kanzerogenität
🔻 In Tierversuchen nachgewiesene tumorbildende Wirkung, v. a. im Darm
🔻 Einstufung als potenziell krebserregend für den Menschen (IARC Gruppe 2B)
🔤 Genotoxizität
🔻 Hinweise auf DNA-schädigende Eigenschaften
🔻 Mutagene Wirkungen in Zellkultur- und Tierversuchen
🔤 Weitere Risiken
🔻 Langfristige Einnahme kann Darmreizungen und Pigmentveränderungen verursachen (Pseudomelanosis coli)
🔻 In Kombination mit anderen Anthrachinonen möglicherweise verstärkte Toxizität
🔻In selbst importierten Produkten (z. B. Abnehm- oder Detox-Kapseln aus dem Ausland) kann Danthron weiterhin enthalten sein.
Regulierung und Grenzwerte
🇪🇺 Europäische Union:
⛔️ Danthron ist gemäß Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 in Lebensmitteln verboten
⛔️ Nicht zugelassen in Arzneimitteln laut EMA / Ph. Eur.
⛔️ Verbot gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Kombinationspräparate
🇩🇪 Deutschland:
👉 Keine zugelassenen Medikamente mit Danthron
👉 Überwachung durch BfArM, BVL, Bundesapothekerkammer
🌍 Andere Länder:
👉 In den USA und Kanada ebenfalls keine zugelassenen Anwendungen mehr
👉 Weltweit durch WHO und IARC als risikobehaftet eingestuft
Fazit
Danthron gehört zu den Anthrachinon-Derivaten mit nachgewiesener Genotoxizität und potenzieller Kanzerogenität. Aufgrund dieser Risiken ist es weder als Arzneimittel noch in Lebensmitteln zugelassen.
Quellen: BfR, EFSA, EMA, IARC, Verordnung (EG) Nr. 1925/2006, Bundesgesundheitsblatt
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