Teil 33
Fragt man die Menschen, ob sie den Tod fürchten, verneinen sie es.
Wir werden nun abschliessend über genau das Thema sprechen, dem niemand hier ausweichen kann. Wir werden das, was wir Tod nennen, keineswegs behandeln wie die Religionen oder verträumte Spiritisten ihn behandeln und tröstende Versprechungen abgeben. Auch werden wir ihn nicht als Niederlage betrachten, wie es der Materialismus tut. Immer diese "Ismen".
Wir versprechen kein Belohnungshäppchen, versprechen kein Wiedersehen, keine natürliche personelle Fortdauer. Eine künstliche Fortdauer halten wir für absolute Hybris, die wiederum aus grenzenloser Ignoranz resultiert.
Unsere analytische Position ist logischer, klarer, brutaler, letztlich aber auch befreiender, als jedes dieser Märchen es je sein könnte.
Die meisten Menschen verstehen gar nicht, dass ihre grösste Todesangst erst dann präsent ist, wenn es "wirklich" Grund zur Sorge gibt. Vorher haben sie den Tod nämlich mit schönen, romantischen Beruhigungsmärchen ausgeschmückt oder gänzlich verdrängt. Die einen tun so, als sei das Ich ewig; die anderen versuchen den Tod durch Transhumanismus oder Transfomation zu überwinden.
Du denkst, dass der Transhumanismus eine logische Konsequenz einer materialistisch reduktiven Weltanschauung ist und dass du dich durch trans'zendente Trans'formation davon lösen kannst? Du glaubst, dass du dich durch Vergeistigung erlösen kannst? Was ist, wenn der Materialismus als Prinzip dialektisch in einen viel älteren Teppich der Vergeistigung eingewebt wurde und alles nur in eine imaginäre Loslösung mündet, aber nicht in eine Erlösung?
Das Weltenskript beinhaltet viele Gabelungen und du bist gerufen, deinen Weg zu wählen. Entweder Oder. Problem und Lösung. Null oder Eins.
Jeder Weg ist anders, doch sei dir gewiss, dass alle Wege in ein- und dasselbe Ziel münden, auch wenn sie unterschiedliche Namen tragen und vielleicht sogar unvereinbar wirken. Die Vergeistigung hat viele Gesichter und beinhaltet, wie das Wort schon zu erkennen gibt, dass du in ein Geisterdasein verführt und überführt wirst, ohne dir dessen bewusst zu sein. Der Weg ist nicht das Ziel, so wie die Reise nicht die Ankunft und die Frage nicht die Antwort ist. Der Weg weist darauf hin, wie du lebst, deine Ziele offenbaren, wofür du lebst. Wenn dir die Richtung egal ist, darfst du dich nicht darüber beschweren, wo du schließlich landest. Du brauchst den "schwarzen Peter" auch nicht den personifizierten Navigationssystemen zuschieben, denen du folgst. Stattdessen könntest du dich auf deinen Körper und sein Zellgedächtnis zurückbesinnen. Dein Leib weiß mehr, als du dir je erträumen könntest!
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