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Phönix Phönix @lichtdesphoenix · 2.12K subscribers
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Wer genau hinhört, wenn Menschen über die Welt reden, weiß sofort, wo sie gerade "stehen". Je mehr ihre Schilderungen vom begreifbaren Erleben abweichen, je mehr Geschehen sie umdeuten, desto intensiver ist die Abstraktion. Der ein oder andere wird einwenden, dass es andersartige Ideen braucht, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei wird aber oft falsch eingeschätzt, was realistisch und umsetzbar ist und was nicht. Ein "wenn....dann", das völlig an der Natur des Menschen vorbeigeht, ist und bleibt hohles Geschwafel. Was die "Natur" des Menschen ist, muss nicht diskutiert werden, weil es offensichtlich ist und durch schöne Worte nur vorübergehend vernebelt werden kann.

Weltgeschichte wiederholt sich, wo die Masse Mensch nicht imstande ist, sich selbst und andere klar wahrzunehmen. Stattdessen werden die Augen vor der Wahrheit verschlossen und die Sicht behelfsmäßig aufgewirbelt oder glattgebügelt. Wenn ich lese, dass Menschen ihre Eigenschaften als bloße Erscheinungen innerhalb des reinen Bewusstseins abtun und ihrem Gegenüber womöglich auch noch einreden, dass es in Wirklichkeit was ganz anderes ist, als das, was es glaubt zu sein, dann brennt mir doch unter den Nägeln dieses Menschlein zu fragen, was es denn in Wirklichkeit ist, bzw. was es glaubt, in Wirklichkeit zu sein. Was ist denn wirklicher, als das, was der Mensch erwirkt? Wie kann man so anmaßend und verblendet sein, eine Fatamorgana für wirklicher zu erklären, als die Wüste selbst? Versteht mich nicht falsch. Wenn man kleine Kinder stärken oder jemanden mit geschwächtem Selbstbewusstsein unterstützen möchte, macht es Sinn, ihn mit aufbauenden Worten zu unterstützen. Dort, wo das jeder jedem jederzeit bewusst macht, kann der Mensch niemals erwachsen werden. Er wird Zeit seines Lebens von Traumblase zu Traumblase springen, um sich durch Bestätigung gut genug fühlen zu können. Ist der Mensch von Natur aus gut genug? Ja, natürlich, aber er sollte früh genug begreifen, dass nicht jeder ihn so wahrnimmt.

Intelligenz vertieft sich durch Erkenntnis, Dummheit schützt sich vor ihr.

Wenn Menschen den Schutz in allen möglichen Ausformungen thematisieren, brauchen sie nicht von Angstfreiheit zu sprechen. Wer sich schützt, ist nicht angstfrei. Und wer über die Liebe paraphrasiert und sich selbst in die Ungreifbarkeit dissoziiert, liebt nur eine Vorstellung von der Liebe, zumal er selbst auch nur einer Vorstellung vom menschlichen Sein nacheifert.

In dieser Welt existiert Leid, existiert Schmerz, existiert Angst. Auch in dir. Es zu leugnen, bringt nichts. Vielmehr geht es darum, zu akzeptieren, dass es so ist. Aber genau das fällt vielen so unfassbar schwer. Sie suchen nach einem Ausweg, den es nicht gibt und werden dabei zu Gespenstern, die schlussendlich ihr eigenes Spiegelbild fürchten.

Wenn der Mensch eine Aufgabe hat, dann ist es die, Mensch zu sein. Mit allem, was dazugehört. Wer das nicht wahrhaben will, sollte besser nicht von (Selbst)Liebe reden. Das meiste ist sowieso heuchlerisches Geblubber, mit dem Menschen sich gegenseitig in ein Vergessen säuseln, aus dem es kein Entrinnen gibt.

@LichtdesPhoenix
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