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Phönix Phönix @lichtdesphoenix · 2.13K subscribers
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Eine Erfahrung, wenn sie denn einmal gemacht ist, kann nicht einfach auf Knopfdruck ausgeblendet werden. Wer so tut, als ob das möglich wäre, macht sich selbst etwas vor. Tiefgreifendes Erleben prägt das Nervensystem. Der Mensch wird durch Erfahrungen auf den Gesang des Lebens vorbereitet. Er lernt, Situationen einzuschätzen. Es kommt zu Phasen der Entspannung und der Anspannung, zu Ungleichgewicht, zu Vorlieben und zu Abneigungen. Je mehr Spannung der Mensch erlebt, desto mehr Entspannung sehnt er herbei. Das ist natürlich. Was vielen Mensche nicht (mehr) bewusst ist, ist die Tatsache, dass sie sich selbst in einen künstlichen Spannungszustand versetzen. Sie erregen sich an ihren selbst kreierten Vorstellungen und dazugehörigen Geschichten, die nicht auf selbst gemachten Erfahrungen beruhen, höchstens auf übermittelten Informationen.

Denk an einen Krimi, den du liest oder an einen Horrorfilm, den du schaust. Du fühlst dich vielleicht wie ein mögliches Opfer, wie ein Gangster oder ein Sherlock Holmes, aber die Wahrheit ist, du bist nichts davon. Es sind nicht deine Erfahrungen, du hast dich nur in eine Szenerie hineingesteigert. So machen Menschen es oft, wenn nicht gar überwiegend. Sie verarbeiten Informationen und erwirken so innere Anspannung, bzw. Entspannung.

Daran ist nichts verkehrt. Wir können uns allerdings darauf einigen, dass es einen Unterschied macht, ob man über einen Säbelzahntiger liest oder ob man ihm begegnet. Zuletzt Genanntes passiert in diesen Zeiten nicht ganz so oft, was eigentlich beruhigend sein sollte. Aber interessiert es unser Nervevsystem, das darauf programmiert ist, Gefahren einzuordnen? Interessiert es das Leben und seinen Atem, welche auf Kontraktionen beruhen?

Nein!

Die Wahrheit klingt wie eine mathematische Formel:

Je mehr Ruhe der Mensch im Außen hat, desto mehr sucht er nach Erregung in Geschichten und je mehr Unruhe der Mensch im Innen hat, desto mehr sucht er nach Beruhigung in Geschichten.

Beide Vorgehensweisen münden in ein künstlich hergestelltes Ungleichgewicht, in einen Teufelskreis der Entfremdung vom menschlichen Dasein und greifen ineinander, so dass es nicht selten dazu kommt, dass Menschen an ihren Ideen und Ideologien vom Leben erschöpfen, ohne sich wirklich bewegt zu haben - bis sie schließlich immer sensibler auf vorgestellte Reize reagieren, so als wären diese greifbar. Schieb die Schuld jetzt nicht deinem Gehirn zu. So einfach ist es nicht, vorausgesetzt du bist psychisch einigermaßen stabil. Ein Mensch, dessen Psyche stabil ist, kannt zwischen Phantasie und irdener Realität unterscheiden, obgleich ihm bewusst sein mag, dass verschiedene Ebenen der Wahrnehmung existieren.

@LichtdesPhoenix
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