BMW zieht Dienstwagen von AfD-Landtagspräsident zurück
Der neue Magdeburger Landtagspräsident Tobias Rausch muss bald ohne Dienst-BMW auskommen. Der Konzern stornierte nach Rauschs Wahl sein Vertragsangebot.
BMW will dem Landtag Sachsen-Anhalt kein Fahrzeug mehr für den Landtagspräsidenten zur Verfügung stellen.
Die Unternehmenszentrale des Münchner Autokonzerns zog am 6. Oktober ein entsprechendes Leasingangebot zurück, das sie zuvor dem Landtag unterbreitet hatte.
Das hat die Landtagsverwaltung der ZEIT am Donnerstag bestätigt. Am selben Tag war der AfD-Politiker Tobias Rausch zum Präsidenten des Landtages gewählt worden. Erstmals steht seitdem ein Politiker der als rechtsextremistisch eingestuften AfD an der Spitze eines Parlaments.
BMW will den Fall nicht kommentieren. »Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen«, sagte ein Konzernsprecher auf Nachfrage.
Geschäftsbeziehungen wurden der AfD in der Vergangenheit schon häufiger gekündigt, unter anderem ein Spendenkonto, Konten von Parteigliederungen oder Versammlungsräume und Hotelzimmer.
Vor wenigen Tagen noch hatte BMW-Vorstandschef Milan Nedeljković der FAZ mit Blick auf die AfD gesagt, Rechtspopulismus und Nationalismus »sind Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt«. Wer Abschottung und Isolationismus fordere, der handele nicht im Interesse des Standorts Deutschland.
Keine anderen Angebote
Dem sachsen-anhaltischen Landtagspräsidenten steht ein Dienstwagen samt Fahrer zu. Von seinem christdemokratischen Amtsvorgänger übernimmt Rausch einen 7er-BMW.
Das Fahrzeug war etwa ein Dreivierteljahr in Gebrauch und in dieser Zeit etwas über 50.000 Kilometer gefahren – die Laufleistung wird in Leasingverträgen meist begrenzt, um die Fahrzeuge nach Vertragsablauf als Gebrauchtwagen vermarkten zu können.
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