🔵🪶 Haben und Sein –
Vom Besitz-losigkeit über Besitz‑freiheit zum tieferen Sein.
Hinweis: Dies ist das spirituelle Finale unseres Weges. Um das Gewebe ganz zu verstehen, lies bitte auch die Teile 1 und 2 dieses Kapitels, das gesamte erste Kapitel sowie das Intro. 👆🏽
📝 Kapitel 2 — Das Eingemachte – Der Zeuge jenseits des Egos Teil 3 von 3:
⚡️Die Illusion vom Eigentum an Körper, Verstand und Gefühlen.
Wenn wir die Masken des Berufs, der Titel und der Talente abgelegt haben, stehen wir endlich vor dem innersten Kern der Begrenzung. Das Ego zieht sich nun auf seine letzte, scheinbar uneinnehmbare Festung zurück. Es zeigt auf das Intimste, das wir besitzen zu glauben, und sagt:
„Das ist mein Verstand".
„Das ist mein Leib".
„Das sind meine Gedanken und meine Empfindungen".
Hier begegnen wir der nackten, existenziellen Wahrheit.
Solange ich ein Ego habe, hat das Ego mich.
Und dieses Ego ist ein unersättlicher Sammler, der selbst aus unseren tiefsten inneren Regungen ein Eigentum machen will.
🦋 Das Ego ist dabei nicht der Feind. Es ist vielmehr ein notwendiger Verpuppungszustand des Bewusstseins.
So wie der Kokon die Raupe schützt, erfüllt auch das Ego eine wichtige Aufgabe. Es hilft dem Menschen, sich in der Welt zu orientieren, einen Namen zu tragen, eine Geschichte zu entwickeln und eine eigene Form auszubilden.
Doch was der Raupe Schutz bietet, wird dem Schmetterling zum Gefängnis, wenn er nicht wagt zu schlüpfen. Das Problem ist daher nicht das Ego selbst, sondern das Festhalten an ihm. Indem wir sagen: „Ich habe Angst“, „Ich habe eine Depression“, „Ich habe einen Gedanken“, behandeln wir flüchtige Energien, die wie Wolken durch das Bewusstsein ziehen, als wären sie feste Gegenstände in unserem mentalen Lagerhaus. Wir identifizieren uns so tief mit dem Schmerz oder der Freude, dass wir die Weite des Himmels darüber vergessen.
Erwachen beginnt mit einer radikalen Erkenntnis: Ich bin nicht meine Empfindungen. Ich bin nicht meine Gedanken.
Das bedeutet nicht, dass Schmerz unwirklich wäre oder Freude eine Täuschung.
Schmerz — schmerzt.
Freude — freut.
Trauer — trauert.
Liebe — liebt.
All das ist wirklich.
Doch wie die Wolken nicht der Himmel sind, erschöpfen auch unsere Empfindungen nicht das Ganze dessen, was wir sind. Körper und Verstand sind Teil desselben lebendigen Geschehens wie der Apfelbaum im Garten. Auch der Leib folgt eigenen, kosmischen Gesetzen — unabhängig vom kontrollierenden Ego. Wir können ihn nur bewohnen, darin atmen und mit ihm in Beziehung stehen, solange er uns geschenkt ist.
🌌 Das reine Sein — grenzenloser Raum ohne Besitzer.
Das Reine Sein braucht kein Haben. Es braucht auch keinen Verstand, der verzweifelt versucht, die Zukunft zu manipulieren oder das große Glück zu „manifestieren“ – was ohnehin nur ein moderner Trick des Egos ist, um sich spirituell zu bereichern.
Das Reine Sein lässt sich am ehesten mit einem Beobachter vergleichen. Doch dieser Beobachter ist nicht jemand, der aktiv analysiert, bewertet oder kontrolliert. Er beobachtet nicht einmal mehr im eigentlichen Sinne. Er ist einfach. Sein reines Sein an sich reicht schon vollkommen aus. Es ist ein weiter, nackter und roher Raum, der völlig unberührt bleibt von den Stürmen des Habens.
Wenn der Mensch diesen letzten Schritt wagt – das Freigeben des Egos, das Loslassen des Besitzers in sich selbst –, dann schließt sich der leise Riss zwischen ihm und der Welt vollkommen. Die Zäune im Außen und die Zäune im Innen stürzen ein. Es gibt kein „Ich“ mehr, das Angst vor dem Tod oder vor der Ungewissheit haben muss, weil das Ich aufgehört hat, sich selbst besitzen zu wollen.
Wir kehren heim. Wir sind wieder all-eine: eins mit allem, verbunden mit dem gesamten Fluss der Existenz. Wir atmen dieselbe Luft wie die Bäume, die Tiere und die Sterne. Wir haben nichts mehr – und genau deshalb ist uns alles gegeben.
Vidrohi 🧘🏼♀️💚🧘🌞
Hier endet 📝 Kapitel 2 „Haben und Sein“. Der Fluss hat seine Form gefunden. Zeitnah folgt noch:📝Kapitel 3, 🗝 Conclusio.
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