Als ein alter Mann in einem Pflegeheim starb, dachte man zuerst, er habe nichts hinterlassen. Beim Durchsehen seiner wenigen Sachen fanden die Pflegekräfte ein beschriebenes Blatt. Was darauf stand, wurde später an alle Schwestern im Haus verteilt.
Er schrieb: „Was seht ihr, Schwestern, wenn ihr mich anschaut? Einen mürrischen, verwirrten alten Mann, der beim Essen kleckert und Dinge verliert? Dann öffnet eure Augen, denn ihr seht mich nicht wirklich. Ich bin ein Junge von zehn mit Eltern und Geschwistern, ein Sechzehnjähriger mit großen Träumen, ein Bräutigam mit zwanzig."
Vielleicht ist das die stillste Lektion, die ein Sterbender uns hinterlassen kann. Kein Mensch ist je nur das, was du gerade von ihm siehst. Vor Gott trägt jeder seine ganze Geschichte, auch wenn die Welt nur die Hülle wahrnimmt.
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