Das Konsortium für Parmigiano Reggiano hat im Jahr 2022 mit den Testläufen begonnen und die Technologie im August/September 2023 offiziell vorgestellt. Über 100.000 Käselaibe wurden in dieser Phase bereits mit den Mikrochips (sogenannten p-Chips) in der Kasein-Plakette auf der Rinde ausgestattet.*
Der Mikrochip im Parmesan wird per Lasertechnologie und sehr nahem Kontakt ausgelesen. Da es sich um passive Transponder handelt, senden sie keine permanenten Signale.*
Kontrolleure nutzen ein spezielles, mobiles Hand-Lesegerät, das einen Laserstrahl aussendet.*
Das Lesegerät erfasst eine einzigartige serielle ID (Seriennummer). Diese Nummer gleicht das System sofort mit einer sicheren Blockchain-Datenbank ab. Dort ist der "digitale Zwilling" des Käselaibs hinterlegt – inklusive Herstellungsdatum, genauer Käserei und Herkunft der Milch.* Dieses Prinzip heißt "Single Source of Truth" (einzige Quelle der Wahrheit), da die Blockchain als nicht-manipulierbar gilt.
Für die offizielle Regulierung und Gesetzgebung auf internationaler Ebene ist das Thema allerdings ein Novum, weshalb EU und Verbraucherschützer die Entwicklung sehr genau beobachten.
Für die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörden sind Mikrochips in Lebensmitteln absolute Premiere. Das europäische Lebensmittelrecht gehört zu den strengsten der Welt, und es gibt bislang keine standardisierte EU-Verordnung für technologische Fremdkörper in Speisen.*
Grundsätzlich unterstützt die EU Maßnahmen gegen Lebensmittelbetrug vehement. Der Begriff "Parmesan" ist in der EU seit einem EuGH-Urteil von 2008 rechtlich geschützt und darf nur für echten Parmigiano Reggiano verwendet werden. Dennoch muss jede Technologie, die direkt am Produkt angewendet wird, die strengen EU-Zulassungsverfahren für Lebensmittelsicherheit durchlaufen.*
👉 Tipp: nur der originale Parmigiano Reggiano wird mit winzigen, essbaren Mikrochips in der Rinde ausgestattet, um Fälschungen zu bekämpfen und die Herkunft nachzuverfolgen. Ohne Chip, aber mit ähnlichem Geschmack:
✅ Grana Padano: Der bekannteste Zwilling. Er schmeckt etwas milder und weniger körnig als Parmesan, schmilzt aber genauso gut über Pasta und ist deutlich günstiger.
✅ Pecorino Romano: Ein traditioneller italienischer Hartkäse aus Schafsmilch. Er schmeckt deutlich salziger, intensiver und schärfer als Parmesan.
✅ Sbrinz: Die Schweizer Antwort auf Parmesan. Ein extrem lange gereifter, würziger Hartkäse, der sich perfekt reiben oder hobeln lässt.
✅ Montasio / Asiago (Stravecchio): Gereifte Varianten dieser italienischen Kuhmilchkäsesorten entwickeln eine ähnliche Würze und Trockenheit wie Parmesan.
✅ Gereifter alter Gouda / Old Amsterdam: Ein sehr alter Gouda (mindestens 12–18 Monate gereift) entwickelt ebenfalls diese feinen Salzkristalle und ein intensiv-würziges Aroma.
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