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Rede des Außenministers der Russischen Föderation, S. W. Lawrow, im Rahmen der allgemeinen politischen Debatte der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (New York, 26. September 2026)💬
S. W. Lawrow: In den vergangenen Tagen wurde von dieser Tribüne aus und hinter den Kulissen der Generalversammlung bereits mehrfach die Ansicht geäußert, dass sich in der Weltpolitik tektonische Verschiebungen vollziehen und
vor unseren Augen eine fairere, multipolare Weltordnung entsteht.
Die Länder des Globalen Südens und Ostens behaupten sich als
souveräne Entwicklungszentren und übernehmen Verantwortung für die Gewährleistung der Sicherheit in ihren Regionen. Sie bekennen sich zum Völkerrecht, lehnen Druck von außen ab und sind am Wohlstand aller Staaten interessiert, nicht nur der „Auserwählten“. Eine solche
konstruktive Philosophie bildet auch die Grundlage der russischen Außenpolitik; sie wird von unseren zahlreichen Gleichgesinnten geteilt, und auf ihr beruht die Zusammenarbeit in der GUS, der SCO, den BRICS und anderen Zusammenschlüssen der Weltmehrheit.
Das gefällt jedoch nicht allen.
Die westliche Minderheit, die fünf Jahrhunderte lang auf Kosten fremder Ressourcen dominierte,
gibt ihre Versuche nicht auf, ihre Privilegien zu bewahren und allen ihre „Regeln“ aufzuzwingen. Der Westen greift immer häufiger zu roher Gewalt, handelt unberechenbar und abenteuerlich und gefährdet das Leben und das Wohlergehen von Millionen, wenn nicht sogar Milliarden von Bewohnern unseres gemeinsamen Planeten.
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Vollständiger Text der RedeKernaussagen:#Venezuela
• Anfang dieses Jahres endete die Invasion der USA in Venezuela unter Verletzung jeglicher Normen, einschließlich moralischer Normen, mit der Festnahme von Präsident
N. Maduro und seiner Ehefrau sowie ihrer Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren in einem US-Gefängnis. Und das, obwohl das Völkerrecht ausdrücklich vorschreibt, die Immunität und Unverletzlichkeit hochrangiger Staatsvertreter zu wahren.
Wir bestehen auf der unverzüglichen Freilassung des venezolanischen Staatschefs und seiner Ehefrau sowie darauf, dass sich solche Exzesse in Zukunft nicht wiederholen.
#Iran
• Als inakzeptable Ausprägung eines Gewaltdiktats betrachten wir
die Ermordung des Obersten Führers des Iran Ayatollah Ali Khamenei sowie von Mitgliedern seiner Familie und der militärischen und politischen Führung der Islamischen Republik. Besondere Besorgnis erregt die Tatsache, dass weitere Ziele der im Juni letzten Jahres begonnenen amerikanisch-israelischen Aggression nicht nur die zivile Infrastruktur des Iran waren, aber auch
friedliche Nuklearanlagen, die unter dem Schutz der IAEO-Garantien standen.
#Palästina
• Wir sind überzeugt, dass es an der Zeit ist, auch das Hauptproblem des Nahen Ostens zu lösen –
die Sicherung der Staatlichkeit des palästinensischen Volkes auf der Grundlage zahlreicher UN-Beschlüsse. Vor fast einem Jahr verabschiedete der Sicherheitsrat auf Initiative der USA einen „Friedensplan“ für den Gazastreifen, aber Frieden ist dort nicht eingekehrt. Dort kommen nach wie vor alte Menschen, Frauen und Kinder ums Leben, die humanitäre Lage ist weiterhin
kritisch. Auch im Westjordanland verschlechtert sich die Lage, wo Israel seine Siedlungsaktivitäten ausweitet.
Wenn es so weitergeht, wird die Gründung eines palästinensischen Staates unmöglich sein – es wird einfach keinen Platz mehr dafür geben.
#Kuba
• Es sind dringende Maßnahmen erforderlich, um die
katastrophale humanitäre Lage in Kuba zu verbessern, das derzeit einem beispiellosen Druck seitens seines nördlichen Nachbarn ausgesetzt ist. Wir bekräftigen unsere Solidarität mit dem kubanischen Volk und der kubanischen Regierung und fordern nachdrücklich, die Seeblockade gegen die „Insel der Freiheit“ aufzuheben, alle Handelsbeschränkungen mit Kuba aufzuheben und das Land von der längst verpönten Liste der Staaten, die den Terrorismus unterstützen, zu streichen.
#Ukraine-Krise
• Russland hat im Jahr 2022 eine
militärische Sonderoperation zum Schutz der Menschen im Donbass und in Noworossija vor der Auslöschung durch das Kiewer Regime begonnen und kämpft weiterhin für deren Sicherheit und Rechte in voller Übereinstimmung mit dem Wortlaut und dem Geist der Charta der Vereinten Nationen.
Unser Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit wird bis zum Ende geführt: Die Ziele der militärischen Sonderoperation werden erreicht, die Bedrohungen für die Sicherheit Russlands beseitigt und das friedliche Leben wiederhergestellt.
Dies wird ungeachtet aller Umstände geschehen, einschließlich der Unfähigkeit der derzeitigen Führung der Weltorganisation, in der Ukraine-Krise die einzig richtige Position einzunehmen – nämlich die eines Verteidigers der Grundsätze der UN-Charta, aber nicht selektiv, sondern in ihrer Gesamtheit, Vollständigkeit und in ihrem Zusammenhang.