Prof. Dr. Martin Schwab/
Teil 2 von
Teil 1:💉🦠
KRITISCHE BEMERKUNGEN ZU DEN CORONA-AUSSAGEN VON PROF. DR. CHRISTINE FALKIm ZEIT-Interview mit Christine Falk vom 27.1.2023
https://www.zeit.de/gesundheit/2023-01/coronavirus-immunschwaeche-immunsystem-alterung-christine-falkist von „entweder Impfung oder Ansteckung“ keine Rede mehr. Hier beobachten wir die Narrativ-Verschiebung, die auch andernorts zu lesen bzw. hören war: Man habe sich zwar durchaus mit SARS CoV-2 anstecken können, aber die Verläufe seien mit Impfung nicht so schwer gewesen. Die Dysregulation des Immunsystems, welche die schweren Verläufe begünstige, sehe man, so Christine Falk, „kaum bei Menschen, die geimpft waren und sich dann angesteckt haben“.
Im AOK-Interview vom 17.11.2023
https://www.aok.de/pp/gg/magazine/gesundheit-gesellschaft-11-2023/corona-impfung-pandemie/finden wir zunächst die Behauptung, Masken dienten dem Eigenschutz vor Ansteckung:
„Wenn jemand keine Maske mehr tragen will, muss er sich über die nächste Erkältung nicht wundern“
und wenig später die Behauptung, Masken dienten dem Fremdschutz: Wer Symptome habe, solle
„eine Maske aufsetzen, um andere nicht anzustecken“.
Was Christine Falk dabei ignoriert: Masken zum Eigen- oder Fremdschutz bei Virus-Infektionen sind ein Off-Label Use – eine Anwendung außerhalb des vorgesehenen Anwendungsgebiets. Medizinische Masken sind Medizinprodukte im Sinne der VO (EU) 2017/745 und dienen dem Fremdschutz vor Übertragung bakterieller Erreger. Auf die bakterielle (und nicht etwa auf die virale!) Filterleistung werden sie nach DIN EN 14683 auch überprüft. FFP2-Masken sind persönliche Schutzausrüstung im Sinne der VO (EU) 2016/425 und dienen dem Eigenschutz vor Feinstaub; was sie leisten sollen, ist in DIN EN 149 näher beschrieben.
Als Immunologin hat Christine Falk bemerkenswert wenig Vertrauen in das menschliche Immunsystem, wenn sie anschließend äußert:
„Egal welche Infektionserkrankungen uns in der Zukunft noch erwischen werden – wir werden immer die Impfung dagegen brauchen.“
Dabei ist ihr durchaus bewusst, dass in Deutschland genau beobachtet wird, welche Erreger in der Bevölkerung zirkulieren – nämlich durch die sog. Sentinel-Überwachung in ausgewählten Arztpraxen und Kliniken (siehe dazu § 13 Abs. 2 bis 4 IfSG). Ist ihr entgangen, dass im Sentinel in KW 16 bi 38/2020 nicht ein einziger Fall von SARS CoV-2 gemeldet wurde? Wie kann sie dann – wie im hier verlinkten AOK-Interview geschehen – behaupten, die Impfung habe uns aus der Pandemie geführt?
Von „entweder Impfung oder Ansteckung“ ist auch in diesem Interview keine Rede mehr. Im Gegenteil räumt Christine Falk ein:
„Die meisten Menschen haben sich im Verlauf der Pandemie angesteckt, meist nach Impfung,“
aber sie würden eben dank der Impfung nicht so schwer krank. Und an späterer Stelle sagt sie:
„Es gibt sicher Menschen, die sich nicht haben impfen lassen und die noch nie eine Corona-Infektion hatten.“
Daraus zieht sie indes einen bemerkenswerten Schluss:
„Wenn die Impfdaten mit den Infektionsdaten verknüpft wären, könnten wir genauer sagen, wie viele Menschen noch gar nicht geschützt sind.“
Auf die Idee, dass jemand, der in der angeblich schlimmsten Atemwegs-Killerviruspandemie aller Zeiten ohne COVID-19-Erkrankung durchgekommen ist, und dies ohne COVID-Injektion, vielleicht gerade besonders gut geschützt sein könnte (nämlich durch sein natürliches Immunsystem), kommt Christine Falk gar nicht erst.
Kritiker werden mir jetzt vorwerfen, ich könne es doch als Jurist ohne medizinische Ausbildung nicht wagen, den Sachverstand einer Fachfrau wie Christine Falk in Zweifel zu ziehen. Jenen Kritikern sei bereits jetzt gesagt:
1. Es gehört zum täglichen Brot von Juristen, sich mit Sachverhalten zu befassen, deren Beurteilung außerjuristischen Sachverstand erfordert.
(weiter in Teil 3/Folgepost)