„Sprache ist der volle athem menschlicher seele, wo sie erschallt oder in denkmälern geborgen ist, schwindet alle unsicherheit über die verhältnisse des volks, das sie redete, zu seinen nachbarn."
Jacob Grimm, "Geschichte der deutschen Sprache", 1848
Jedes Wort, das wir sprechen, trägt ein Stück unserer Geschichte in sich – die unserer Familie, unserer Heimat, unseres ganzen Volkes. Wenn wir sprechen, atmen wir gewissermaßen unsere Herkunft mit aus.
Jacob Grimm, der gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm nicht nur Märchen sammelte, sondern auch das große Deutsche Wörterbuch begründete, wusste das wie kaum ein anderer: Sprache ist kein starres System. Sie lebt, verändert sich, wandert von Mensch zu Mensch und wird immer wieder neu geformt – von denen, die vor uns sprachen, von uns selbst und von denen, die nach uns kommen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ein einzelnes, fast vergessenes Wort so viel in uns auslösen kann: Erinnerung, Zugehörigkeit, ein Gefühl von Zuhause.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, genauer hinzuhören und zu fühlen. Auf die Worte, die wir selbst benutzen. Auf die, die andere sagen. Und auf jene, die uns in alten Schriften und Denkmälern überliefert sind.
Welche Worte bewegen Ihre Seele besonders?
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