Indiculus Superstitionum et Paganiarum [Teil 3]
- Leitfaden zu Aberglaube und Heydentum
Dieser Teil kommt etwas verspätet. Da ich für einige Details noch nicht die Zeit sah.
18. In diesem Kapitel sind "unbekannte" oder "entlegene" heilige Orte der Heiden erwähnt
• Gemeint sind aber heilige Heidenorte, die nicht sanktioniert wurden. Sondern die sogar selbst von Christen genutzt wurden. Wie Höhlen für Eremiten, Tanzplätze, Hügel, Quellen. Es gibt Belege für Kirchenvertreter, die an solchen Plätzen Heidengottesdienste regelmäßig während und nach der Christianisierung besuchten, gar bestraft wurden dafür. Man hat mehrere Kultplätze dadurch für heilig erklärt, um mit dem Gesetz nicht weiter zu kolidieren. Später baute man verstärkt an solchen Orten Kirchen oder Klöster. Manche erkennt man daran, dass sie im späten Mittelalter bei Bauernaufständen zerstört wurden. Ich vermute zum Zweck das entweihte Ursprüngliche zu befreien. Denn das Bauerntum bewahrte sich bis in die Moderne somanche Erinnerung. Gewiss kann es auch um das Unbekannte dieser Orte gegangen sein, das den Christen nicht begreiflich war. Dass bis heute Bielsteine existieren, belegt nur, dass das Christentum nicht in der Lage war alle Heidenorte zu erkennen und zu vertilgen.
19. Dieses Kapitel dreht sich um die Verehrung der heidnischen "großen Mutter", die hier mit dem Marienkult verglichen wird.
• Hier steht im Original "pentendo", was im Latein nicht vorkommt. Petendo wird vermutet, was ersuchen (anbeten) meinen würde. Ebenso kann "potando" gemeint sein, was ein Trankritual meint. Mit der frühmittelalterlichen Marienminne (Minnetrunk) wird hier wohl ein Treffer erzielt. Dass der Marienkult gar erst existieren konnte, ist dem heidnischen Mutter-Kult zu verdanken. Sowohl die Erdenmutter, als auch die energiebringende Sonnenmutter (Tara, Iśtara, Ostara, Astarte...) sind urheidnische Glaubenselemente, seit Anbeginn des Glaubens, selbst in vormegalithischer Zeit.
Das Trinkritual, im Zusammenhang mit der großen Mutter, meint das Weiterleben der Quelle, das Weiterleben des Bodens, als symbiotische Verbindung aller beseelt Wandelnden zur großen Göttin.
20. Hier werden Feste zu Ehren Donars und Wotans erwähnt
• Dabei kommen wir zu den Handlungen an den Wochentagen am Mittwoch und Donnerstag. Die Kirche hat explizit die "Arbeitsruhe" an allen Donnerstagen verboten, es sei denn ein christlicher Feiertag fiel darauf. Gewiss wird hier auch der Trunk und der Schmaus vorkommen, und das gemeinschaftliche Zusammenkommen. Während es zum Mittwoch kaum etwas zu finden gibt. Im Volke soll bis in moderne Tage die Saat gern verteilt worden sein. Die Kirche meinte an einem Mittwoch geschah der Verrat des Judas und es ist somit ein Unglückstag. Heidnisch gesehen können wir also vom Gegenteil ausgehen. Also von Fruchtbarkeit und Glück. Das Vorkommen von Wochentagen geschah in spätgermanischer, also gerade noch heidnischer Zeit bei uns. Zuvor ist die Wocheneinteilung so nicht direkt vorhanden - zumindestens nur rechnerisch, und nicht gekoppelt an Götter. Dies scheint mit den Römern gekommen zu sein. Auch scheint mit den Römern sowas ähnliches wie ein Götterpantheon gekommen zu sein. Vorher wussten die Germanen, dass all jene südlichen Götter, Menschenvorfahren waren, die vergöttlicht wurden.
Dennoch gab es später aber auch Tage zu den stämmeübergreifenden Festen, wo Donar und Wotan eine Rolle spielten. Da diese mit dem alten Glauben gekoppelt wurden.
21. In diesem Kapitel geht es um "Vinceluna". So nannten die deutschen Heiden die Mondfinsternisse.
• Sicher ist der Sieg des Mondes (Win þe Mona) gemeint. Zum Einen wird hier klar: Die Deutschheiden wussten genau wann die Finsternisse stattfanden. Und zum Anderen wird die Verdunkelung als Kampf gesehen. Wird der Mond doch bekanntlich von einem Wolf gejagt. So können diese Stunden mit einem Lärmen und Schreien verbunden sein, den die Menschenwelt zur Hilfe beiträgt. Oder sie saßen zusammen und fokussierten ihre Gedanken und sangen.
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