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Warum um 18 Uhr schon Zahlen da sind – obwohl noch nichts ausgezählt ist
Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Gleichzeitig erscheinen die ersten Prozentzahlen. Das wirkt wie Magie, und manch einer behauptet, die Wahlergebnisse seien vorher festgelegt worden.
Da ich vor etwa acht Jahren für die IT-Abteilung von WPP Kantar (infratest dimap) gearbeitet habe, und interessante Gespräche mit den anderen Mitarbeitern geführt habe, weiß ich, wie die Wahlprognosen bzw. Wahlhochrechnungen entstehen.
Was um 18 Uhr kommt, ist kein Auszählungs-Ergebnis. Es ist eine Prognose auf Basis von Nachwahlbefragungen (Exit Polls).
Den ganzen Tag stehen Teams von infratest dimap (für die ARD) vor ausgewählten, repräsentativen Wahllokalen. Wählerinnen und Wähler werden beim Verlassen gebeten, anonym auf einem kurzen Fragebogen anzugeben, wen sie gerade gewählt haben. Die Bögen wandern in eine Box, die Ergebnisse gehen laufend in die Datenzentrale.
Meine IT-Kollegen hatten an den Wahl-Wochenenden (Bundestagswahl und Landtagswahlen) stets Wochenenddienst bzw. Bereitschaftsdienst, denn in dem Münchner Rechenzentrum durfte nichts schief gehen, andernfalls wäre die ARD ohne eigene Hochrechnungen da gestanden. Für die Hochrechnungen fließt sehr viel Geld, und jedes Institut hofft, durch geschickte Auswahl von repräsentativen Wahllokalen am Ende die beste Vorhersage zu haben, damit es auch in den Folgejahren von den Fernsehanstalten beauftragt wird.
Aus den oben genannten Nachwahlbefragungen entsteht das erste Gesamtbild – gewichtet nach Region, Stadt/Land, früheren Ergebnissen und Modellen für Briefwähler, die man am Lokal nicht befragen kann. Das ist die Prognose, die ab 18 Uhr gezeigt wird. Eine Veröffentlichung vor 18 Uhr ist gesetzlich verboten, damit es dadurch nicht zur Wahlbeeinflussung kommen kann.
Wahl-Hochrechnungen kommen erst danach: Sobald echte Stimmen ausgezählt werden, ersetzen sie Stück für Stück die Befragungsdaten. Deshalb werden die Zahlen im Laufe des Abends immer präziser.
Was gestern in Mecklenburg-Vorpommern bezüglich der Merz-Prognose ablief, hat mich erstaunt. Warum wusste ich viel früher als ARD und ZDF, dass die CDU kaum noch eine Chance hat, in den Landtag zu kommen? Ich schau mir im Laufe des Tages nochmal die durch mich heruntergeladenen Zahlen im Zeitverlauf an, und werde dazu dann einen weiteren Beitrag verfassen.
Heiko Schöning freut sich anhand meiner Daten: "Merz raus", und CDU-Leute von Mecklenburg-Vorpommern forderten bereits vor der Wahl: "Merz muss weg". Welche Konsequenzen wird diese Wahl für Merz haben?
—
Mein Kanal: @AngelaAusPoing
Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Gleichzeitig erscheinen die ersten Prozentzahlen. Das wirkt wie Magie, und manch einer behauptet, die Wahlergebnisse seien vorher festgelegt worden.
Da ich vor etwa acht Jahren für die IT-Abteilung von WPP Kantar (infratest dimap) gearbeitet habe, und interessante Gespräche mit den anderen Mitarbeitern geführt habe, weiß ich, wie die Wahlprognosen bzw. Wahlhochrechnungen entstehen.
Was um 18 Uhr kommt, ist kein Auszählungs-Ergebnis. Es ist eine Prognose auf Basis von Nachwahlbefragungen (Exit Polls).
Den ganzen Tag stehen Teams von infratest dimap (für die ARD) vor ausgewählten, repräsentativen Wahllokalen. Wählerinnen und Wähler werden beim Verlassen gebeten, anonym auf einem kurzen Fragebogen anzugeben, wen sie gerade gewählt haben. Die Bögen wandern in eine Box, die Ergebnisse gehen laufend in die Datenzentrale.
Meine IT-Kollegen hatten an den Wahl-Wochenenden (Bundestagswahl und Landtagswahlen) stets Wochenenddienst bzw. Bereitschaftsdienst, denn in dem Münchner Rechenzentrum durfte nichts schief gehen, andernfalls wäre die ARD ohne eigene Hochrechnungen da gestanden. Für die Hochrechnungen fließt sehr viel Geld, und jedes Institut hofft, durch geschickte Auswahl von repräsentativen Wahllokalen am Ende die beste Vorhersage zu haben, damit es auch in den Folgejahren von den Fernsehanstalten beauftragt wird.
Aus den oben genannten Nachwahlbefragungen entsteht das erste Gesamtbild – gewichtet nach Region, Stadt/Land, früheren Ergebnissen und Modellen für Briefwähler, die man am Lokal nicht befragen kann. Das ist die Prognose, die ab 18 Uhr gezeigt wird. Eine Veröffentlichung vor 18 Uhr ist gesetzlich verboten, damit es dadurch nicht zur Wahlbeeinflussung kommen kann.
Wahl-Hochrechnungen kommen erst danach: Sobald echte Stimmen ausgezählt werden, ersetzen sie Stück für Stück die Befragungsdaten. Deshalb werden die Zahlen im Laufe des Abends immer präziser.
Was gestern in Mecklenburg-Vorpommern bezüglich der Merz-Prognose ablief, hat mich erstaunt. Warum wusste ich viel früher als ARD und ZDF, dass die CDU kaum noch eine Chance hat, in den Landtag zu kommen? Ich schau mir im Laufe des Tages nochmal die durch mich heruntergeladenen Zahlen im Zeitverlauf an, und werde dazu dann einen weiteren Beitrag verfassen.
Heiko Schöning freut sich anhand meiner Daten: "Merz raus", und CDU-Leute von Mecklenburg-Vorpommern forderten bereits vor der Wahl: "Merz muss weg". Welche Konsequenzen wird diese Wahl für Merz haben?
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