🌿 Brunnenkresse, eines der nährstoffreichsten Gemüse überhaupt
Reihe: Besondere Pflanzen für Garten und Hausapotheke
Brunnenkresse (Nasturtium officinale) gehört zu den Kreuzblütlern und ist nicht nur ein würziges Blattgemüse. Wissenschaftlich ist sie erstaunlich interessant, vor allem wegen ihrer Nährstoffdichte und ihrer Senfölglykoside. Sie kann jetzt gut im Topf gesät werden und dann über den Winter drinnen frisches Grün bieten :).
🥬 Außergewöhnlich nährstoffreich
In einer 2014 veröffentlichten Untersuchung zur Nährstoffdichte von 47 Obst- und Gemüsesorten landete Brunnenkresse auf Platz 1 und erreichte den maximal dargestellten Score von 100.
Bewertet wurden 17 wichtige Nährstoffe im Verhältnis zum Kaloriengehalt.
🧪 Der besondere Pflanzenstoff: PEITC
Brunnenkresse enthält besonders viel Gluconasturtiin. Beim Kauen oder Zerkleinern wird daraus mithilfe des Enzyms Myrosinase Phenethylisothiocyanat (PEITC), ein Senföl, das intensiv in der Krebspräventions- und Entgiftungsforschung untersucht wird.
🧬 Spannende Humanstudie zu DNA-Schäden
In einer randomisierten Crossover-Studie aßen 60 gesunde Erwachsene (darunter 30 Raucher) acht Wochen lang täglich 85 g rohe Brunnenkresse.
Danach waren:
• basale DNA-Schäden in weißen Blutkörperchen um 17 % geringer
• oxidative Purin-DNA-Schäden um 23,9 % geringer
• der Luteinspiegel im Blut um 100 % höher
• β-Carotin um 33 % höher
Die Studie untersuchte Biomarker, sie beweist also nicht, dass Brunnenkresse Krebs verhindert. Die Ergebnisse sind trotzdem bemerkenswert. Der Effekt war insgesamt größer bei Rauchern, als bei Nichtrauchern.
🌍 Unterstützung körpereigener Entgiftungswege
Auch hier gibt es inzwischen eine größere Humanstudie:
Teilnehmende tranken zwei Wochen lang ein Getränk aus gefriergetrockneter Brunnenkresse. Dabei stieg die Ausscheidung von Abbauprodukten verschiedener Umweltgifte deutlich an.
Besonders stark:
• Acrolein: +65,6 %
• Benzol: +37,3 %
🥗 Am besten roh?
Beim Zerkleinern der rohen Pflanze entsteht besonders viel PEITC, weil die pflanzeneigene Myrosinase aktiv bleibt.
Durch starkes Erhitzen wird dieses Enzym weitgehend inaktiviert. Auch aus gekochter Brunnenkresse kann der Darm noch Isothiocyanate bilden, allerdings deutlich weniger.
🌱 Anbau
• mehrjährig
• sehr winterhart (bis etwa −20 °C )
• Sonne bis Halbschatten
• liebt humosen, dauerhaft feuchten bis nassen Boden
• kann am Teichrand, in Sumpfbeeten oder sehr feuchten Gefäßen wachsen
• lässt sich über Samen oder bewurzelte Triebe vermehren
• da sie so kälteresistent ist, ist sie eine der wenigen Pflanzen, die auch im Winter frisch geerntet werden kann (aber nur bei rechtzeitiger Aussaat)
⚠️ Gut zu wissen
Brunnenkresse enthält viel Vitamin K. Wer Marcumar/Phenprocoumon, Warfarin oder ähnliche Vitamin-K-Antagonisten einnimmt, sollte deshalb nicht plötzlich große Mengen davon essen, sondern auf eine möglichst gleichmäßige Vitamin-K-Zufuhr achten.
Bei wild gesammelter Brunnenkresse ist ebenfalls Vorsicht angesagt: In belasteten Gewässern kann sie Larven des Leberegels Fasciola tragen. Besonders Brunnenkresse aus Gewässern in Viehweidegebieten würde ich deshalb nicht roh essen.
🎯 Mein Fazit
Brunnenkresse ist für mich eine dieser unscheinbaren Pflanzen, die deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient haben: extrem nährstoffreich, unkompliziert als Lebensmittel nutzbar und gleichzeitig mit ungewöhnlich interessanten Humanstudien zu DNA-Schutz, Carotinoiden und körpereigenen Entgiftungswegen.
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@Wildwuchsweisheit