Im dunklen Fichtenwald, auf sauren, kalkarmen Böden, am schattigen Wegrand oder auf Kahlschlägen stößt der Wanderer zuweilen auf hohe Blütenstängel mit zahlreichen glockenförmigen, purpurrot leuchtenden Blüten. Es ist der Rote Fingerhut. Diese Blüten faszinieren. Sie haben etwas Magisches an sich. Wem kämen da beim Anblick nicht die Waldelfen in den Sinn?
Allgemein heißt der Fingerhut im Englischen foxglove. Das lässt sich als »Handschuh des Fuchses« übersetzen. Der Name macht wenig Sinn, denn wann tragen Füchse Handschuhe? Eigentlich ist Foxglove eine Verballhornung des angelsächsischen folks-gliev. Mit folks (oder good folk) bezeichneten die Angelsachsen die Feen und das Zwergenvolk, die Bewohner der Anderswelt; und gliev (oder gleow) bedeutet »Glöckchen« oder, besser, der »Klang der Glöckchen« und ist nicht mit dem modernen englischen Wort glove (»Handschuh«) verwandt. Es sind also die Glöckchen der Elfen und Feen. ©Wolf Dieter Storl
t.me/HueterderIrminsul
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