Der Schicksalsgedanke, wie er in unserer Seele schlummert, geht weit über den Bereich persönlicher Daseinsgestaltung hinaus. Und doch ist er von diesem nicht zu trennen. Er gehört zum Höchsten, das der Deutsche je gedacht hat, und ist ein Kernstück unserer Mythologie und unseres Verständnisses vom Leben. In unserer Mythologie finden wir ihn in einer Tiefe ausgeformt, die keinen Vergleich zu der anderer Völker zuläßt. Ein Merkmal unserer Geistes- und Seelenart! Nichts spiegelt die Besonderheit der Seelenart der Völker klarer wider als deren Mythe.
Schicksal ist das Leben, das Gesetz des Daseins schlechthin, das Gesetz, das der Ordnung aller Dinge zu Grunde liegt. Schicksal ist die Weltordnung. Diese steht so hoch und erhaben über allem, daß sie auch die Wandlungen der Epochen und Zeitalter mit einschließt. Alle Wandlungen sind Ausdruck des beständigen Werden und Vergehen zum Neuentstehen, nicht Bestandteil dieser Weltordnung, sondern diese selbst. Das Herausgehobene unserer Mythologie liegt darin, daß sie
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