Der Tankrabatt, eine ökonomische Katastrophe.
Der Autofahrer und Berufspendler muss sich derzeit die Augen reiben, nicht selten kommt es vor, dass nunmehr der Liter Dieselkraftstoff gut 2,60 Euro kostet - eine Katastrophe, nicht nur für Haushalte, sondern auch für unsere Wirtschaft.
Der oft genannte Grund scheint logisch, der Konflikt gegen dem Iran - was jedoch nicht ganz richtig ist, denn gerade einmal 13 Prozent des in Europa verbrauchten Rohöls stammen tatsächlich aus Nahost - und hierunter sind gerade einmal 6,9 Prozent, die in Deutschland Verbraucht werden.
Der Großteil des in Deutschland Verbrauchten Rohöls stammt (in der Reihenfolge) aus den USA (welche momentan - wegen dem Konflikt gegen dem Iran sogar künstlich die Preise drücken), Kasachstan, Norwegen, Lybien und Nigeria - tatsächlich bezieht Deutschland und Europa relativ unberührt von der Blockade der Straße von Hormus sein Rohöl.
Zur bitteren Wahrheit gehört auch, dass Kraftstoff, der zum Beispiel in Polen und der Tschechei wesentlich günstiger ist, aus deutschen Raffinerien stamm, also eigentlich auch in Deutschland der Kraftstoff nicht so extrem teuer sein dürfte.
Natürlich sind es entsprechende Abgaben, die gerade in Deutschland sehr hoch sind, welche die Preise auf ein hohes Niveau halten, sowie ist es gerade in Deutschland für Großunternehmen möglich, ohne wirklicher Kontrolle Preise künstlich auf hohem Niveau zu halten - was schon ein Witz ist, in einem Land mit einer außerordentlich hohen Staatsquote, wo selbst der Tod durch Regelungen und Gesetze geregelt ist, ist man nicht in der Lage den Großkonzernen auf die Finger zu klopfen - in Gegensatz zum Mutterland des Turbokapitalismus, den USA.
Unter diesem Hintergrund wirkt der neueste Streich aus Berlin, der sogenannte "Tankrabatt" dumm, naiv und zynisch.
Denn einmal mehr wurde eine Entsch übers Knie gebrochen;
teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau ist diese Entscheidung.
Anstatt mit der Gießkanne zu agieren, braucht es gezielte Entlastungen für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen – vor Allem, da auch die beginnende Heizperiode zusätzliche Belastungen mit sich bringen wird, hier benötigt es keine Symbolpolitik, sondern konkrete Lösungen.
Gerade, da es auch Zahlen gibt;
Denn die Monopolkommission, hatte bereits aus dem ersten sogenannten "Tankrabatt" ganz Erkenntnisse aus dem ersten konkrete Zahlen: von den damals eingesetzten 1,6 Milliarden Euro sind seinerzeit über 200 Millionen Euro nicht bei Verbrauchern angekommen, sondern in den Bilanzen der Mineralölkonzerne verblieben.
Für wahr, der Spritpreisdeckel ist ein bürokratisches Monster, ohne Nutzen, hier benötigt es einfach andere Wege und Lösungen.
Und das Ende vom Lied?
Es bleibt teuer - nicht nur Kraftstoff, sondern alle Konsumgüter, eben da alles von Öl abhängig ist, was indirekt auch eine Folge der Entscheidungen der letzten dreißig Jahre ist, das Streckennetz wurde zurückgebaut, die Deutsche Bahn in vielen Bereichen nicht mehr funktionsfähig, die Autobahnen - also der Transit-Verkehr - ersetzte Lager, etc. PP.
Soll heißen, einmal mehr lässt sich dieses Problem, dieser Mangel direkt mit unserer verwüsteten Infrastruktur in Zusammenhang bringen - eine bittere Wahrheit, was eben im Heute zur Folge hat, daß Deutschland wesentlich empfindlicher für Konflikte, Kriege und Krisen ist, sowie wesentlich Abhängiger vom Ausland, wo es genau daher auch wenig Aussicht auf eine Verbesserung gibt, sofern nicht genau hier gehandelt wird, bleibt es teuer und bleibt alles aus Berlin nichts weiter, als Augenwischerei.
Was es in Wahrheit benötigt, eine strenge Kontrolle, wer auf unserem Markt ist und wer nicht, weniger Steuern - dies Allgemein und finanzierbar mit der Senkung der Staatsquote, sowie eine sinnige - regional gestützte - Infrastruktur, eben so, wie es einmal auch war und wo allein daher Gesellschaft und Staat in der Lage waren, Krisen "auszusitzen".
Post #2011
2.72K
- 👍 4