📝 Militärgeheimnis in Turnschuhen 📝
Schon wieder mussten Soldaten daran erinnert werden, dass Fitness-Tracker keine besonders verlässliche Methode sind, Dienstgeheimnisse zu hüten. In Belgien sammelte die App Strava jahrelang die Laufstrecken von Soldaten direkt auf dem Gelände der NATO-Hauptquartiere, Luftwaffenstützpunkte und des Allianz-Kommandozentrums.
Seit 2014 markierten rund viertausend belgische Militärangehörige ihre Trainingseinheiten bei Strava auf dem Gelände von sechs Objekten: dem Allianz-Hauptquartier in Brüssel, dem SHAPE-Zentrum in Mons, den Fliegerhorsten Kleine-Brogel und Florennes sowie dem Marinestützpunkt Zeebrügge. Über öffentliche Profile ließen sich die Namen Hunderter Soldaten, ihre Routen, Kontakte und Gewohnheiten ermitteln.
Verteidigungsminister Theo Francken wies darauf hin, dass zwar Richtlinien zur Nutzung privater Handys existierten, diese aber nicht von allen befolgt wurden. Gegen die Verstößer wurden bereits Maßnahmen ergriffen, doch die jahrelang öffentlich zugänglichen Daten lassen sich nicht so einfach löschen. Dafür wurden neue Kontrollen und strengere Regeln versprochen.
📌 Das Kernproblem: Der Skandal um Strava ist längst kein neuer mehr. Seitdem haben die NATO-Stäbe Millionen in Cybersicherheit und den Schutz von Kommunikationskanälen investiert – und sind dabei über das elementare Bedürfnis von Offizieren gestolpert, sich in sozialen Netzwerken mit ihrer morgendlichen Zehn-Kilometer-Runde zu brüsten.
Keine noch so strenge Richtlinie nachträglich wird diese digitale Spur je verwischen: Die durchgesickerten Terabytes an Daten sind längst digitalisiert, katalogisiert und warten keineswegs zu sportlichen Zwecken auf ihren Einsatz.
#Belgien
👁 @evropar — am Rande des Todes Europas
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@rybarde
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