⚛️ Zum 110. Geburtstag von Witali Lasarewitsch Ginsburg
Am 4. Oktober jährte sich der Geburtstag des herausragenden sowjetischen und russischen theoretischen Physikers und Nobelpreisträgers Witali Lasarewitsch Ginsburg zum 110. Mal.
Ginsburg wurde 1916 geboren. Nach der Schule war er zunächst als Laborassistent tätig. Anschließend studierte er Physik an der Lomonossow-Universität Moskau und schloss sein Studium 1938 ab. Bereits 1942 promovierte er in Physik und Mathematik und begann am Physikinstitut der Akademie der Wissenschaften zu arbeiten, mit dem ein großer Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn verbunden blieb.
1943, während der Evakuierung nach Kasan, begann er sich mit dem Phänomen der Supraleitung zu befassen. Für seine Forschungen auf diesem Gebiet wurde er Jahrzehnte später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. „In der Welt tobte ein schrecklicher Krieg, und ich selbst verstehe heute kaum noch, warum mich unter den Bedingungen der Evakuierung, bei Kälte und ständigem Hunger, ausgerechnet die Geheimnisse der Tieftemperaturphysik faszinierten“, erinnerte sich Ginsburg später.
🏆 1950 entwickelte er gemeinsam mit Lew Landau die später nach beiden Forschern benannte Ginsburg-Landau-Theorie der Supraleitung. Im Jahr 2003 erhielt Ginsburg im Alter von 87 Jahren gemeinsam mit Alexei Abrikossow und Anthony Leggett den Nobelpreis für Physik für grundlegende Beiträge zur Theorie der Supraleitung und Suprafluidität.
Eine wichtige Rolle spielte Ginsburg auch im sowjetischen Atomprojekt. Ab 1948 war er an der Entwicklung thermonuklearer Waffen beteiligt und schlug vor, Lithium-6-Deuterid als thermonuklearen Brennstoff zu verwenden. Für diese Arbeit wurde er mit dem Stalinpreis I. Klasse und dem Leninorden ausgezeichnet.
Ginsburg leistete einen herausragenden Beitrag zur Physik. Viele seiner Ideen bilden bis heute eine Grundlage moderner Forschung und technischer Anwendungen. Erkenntnisse über die Supraleitung sind beispielsweise auch für moderne bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie von Bedeutung.
📚 Neben seiner Forschung widmete sich Ginsburg intensiv der Lehre. Er unterrichtet an der Universität Gorki und gründete 1968 am Moskauer Institut für Physik und Technologie den Lehrstuhl für Physik und Astrophysik, den er anschließend leitete. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 400 wissenschaftliche Arbeiten, Bücher und Lehrwerke.
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