⚡️ Kommentar des Botschafters der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland Sergej Netschajew anlässlich des vierten Jahrestags der Terroranschläge auf die Nord-Stream-Pipelines
❗️Vier Jahre nach dem präzedenzlosen Terroranschlag auf die größte Anlage der europäischen Gasinfrastruktur bleiben zentrale Fragen zu den Tätern, Auftraggebern und Nutznießern der Sabotageakte nach wie vor unbeantwortet. Die Suche nach Sündenböcken geht schleppend voran. Das Thema wird aus der öffentlichen Wahrnehmung allmählich verdrängt.
Die deutsche Bundesregierung, die sonst so schnell und bereitwillig Russland die Schuld in die Schuhe schiebt, zeigt sich mit Blick auf die nachgewiesenen Terroranschläge auf die Nord-Stream-Pipelines erstaunlich zurückhaltend. Als ginge es nicht um eine globale technogene Katastrophe, milliardenschwere Verluste für Investoren, die Zerstörung der fertiggestellten Gaspipelines, die faktische Aufhebung des Tabus, Anlagen der kritischen zivilen Infrastruktur anzugreifen, sowie den größten Methanausstoß in der Geschichte, der der Umwelt gewaltigen Schaden zugefügt hat. Empörte Erklärungen und Beteuerungen, dass dieses eklatante Verbrechen nicht unbestraft bleibt, sind kaum zu hören.
👉 Wenn man die Reaktion der deutschen Bundesregierung betrachtet, scheint es, dass sie viel mehr über eine defekte Drohne unbekannter Herkunft besorgt ist, die am Flughafen Leipzig gefunden wurde und deren angeblicher Bezug zu Russland – wie auch in anderen ähnlichen Fällen – mit faulen „highly likely“ Argumenten begründet wird. Dennoch nahm die deutsche Seite dies zum Anlass, unverzüglich das Generalkonsulat Russlands in Bonn und das Russische Haus in Berlin zu schließen, Mitarbeiter der genannten Vertretungen und ihre Familienangehörigen – insgesamt mehr als 150 Personen – aus Deutschland auszuweisen. Dabei wurden diese völlig überstürzten und unangemessenen Maßnahmen als eine „verhältnismäßige und besonnene“ Antwort auf russische „hybride Angriffe“ bezeichnet.
Es fehlt einem geradezu an Vorstellungskraft, wie in diesem Fall eine „verhältnismäßige“ Reaktion Berlins auf eine nachgewiesene Beteiligung des Kiewer Regimes und dahinter stehender Strippenzieher an den Terroranschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines aussehen müsste. Anschlägen, von denen in erster Linie Deutschland und seine Bürger betroffen sind.
💬 Unterdessen fließen weiterhin Milliardenbeiträge aus europäischen Staatshaushalten und Sonderkreditfonds in die Taschen korrupter ukrainischer Beamter, der Chefs von Rüstungskonzernen, zahlreicher Lobbyisten und Vermittler. Der Verzicht auf russisches Gas wird als eine der wichtigsten Errungenschaften der deutschen „Zeitenwende“ gefeiert. Die Vorschläge, den intakten Strang von Nord Stream 2 zur Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen zu nutzen, werden beinahe mit Hochverrat gleichgesetzt.
Natürlich kann dieses von politischer Opportunität geprägte Spiel fortgesetzt werden. Doch die Fakten sind unerbittlich. Der Verzicht auf zuverlässige, langfristige Lieferungen günstiger russischer Energieträger hat in Deutschland zu erheblichen energiepolitischen und sozioökonomischen Problemen geführt. Deren Folgen bekommen große Industriekonzerne, kleine und mittlere Unternehmen wie auch private Haushalte deutlich zu spüren. Die vielbeschworene Befreiung von der Abhängigkeit von russischen Energieressourcen, mit der die deutsche Führung geprahlt hatte, kehrte wie ein Bumerang zurück und nahm Deutschland jene Wettbewerbsvorteile, auf denen sein Wohlstand über Jahrzehnte hinweg beruhte. Jahre der Rezession und Stagnation, steigende Preise, eine Welle von Insolvenzen, die Abwanderung von Produktionskapazitäten und Kapital ins Ausland – all das ist keine russische Propaganda, sondern eine Folge der kurzsichtigen Politik Berlins der vergangenen Jahre, der eine unverhohlene Russophobie zugrunde liegt.
@RusBotschaft
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