Am 15. Juli 1852 begann Lew Tolstois großer Weg in Literatur, als er sein erstes Werk, die Erzählung „Kindheit" („Detstwo"), an Nikolai Nekrassow, den berühmten russischen Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift „Sowremennik" sendete. Tolstoi war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 23 Jahre alt.
📚 Worum geht es in „Kindheit"?
Das Werk schildert einfühlsam die seelischen Erfahrungen, die viele Jungen in ihrer Kindheit durchleben: die erste Verliebtheit, das Gefühl von Ungerechtigkeit, Kränkung und Verlegenheit. Mit außergewöhnlicher psychologischer Tiefe und feinem Gespür für die innere Welt eines Kindes gelang Tolstoi hier ein literarisches Debüt von bleibendem Wert, das bis heute als eindrucksvolles Zeugnis kindlicher Seelenwelt gilt.
✉️ Die Reaktion:
Nekrassow erkannte nach der Lektüre des Manuskripts sofort dessen literarischen Wert und schrieb dem jungen, noch unbekannten Autor einen freundlichen Brief, der auf Tolstoi außerordentlich ermutigend wirkte.
🎉 Der Erfolg:
Als „Kindheit" im „Sowremennik" erschien, wurde die Erzählung ein außerordentlicher Erfolg. Bereits nach dieser ersten Veröffentlichung wurde Tolstoi zu den führenden Köpfen der jungen literarischen Schule gezählt gemeinsam mit bereits berühmten Autoren wie Iwan Turgenew, Iwan Gontscharow, Dmitri Grigorowitsch und Alexander Ostrowski. Die Kritiker würdigten die Tiefe der psychologischen Analyse, den Ernst der künstlerischen Absicht und den ausgeprägten Realismus des jungen Autors.
Berühmt geworden ist vor allem folgende Passage aus dem Werk:
«Glückliche, glückliche, unwiederbringliche Zeit der Kindheit! Wie sollte man die Erinnerung an sie nicht lieben, nicht hegen? Diese Erinnerungen erfrischen und erheben meine Seele und sind für mich eine Quelle der schönsten Freuden.»
So begann der literarische Weg eines der größten Schriftsteller der Weltliteratur, ein Weg, der später zu Meisterwerken wie „Krieg und Frieden" und „Anna Karenina" führen sollte. 🖋️
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📷Tolstoi-Museum
