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Orthodoxe Psychotherapie

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»Wenn der Körper krank wird, bedarf er verschiedener Arzneien. Der unkörperlichen Seele kann nur eine Arznei helfen – die Gnade unseres Herrn Jesus Christus.«

(Hl. Symeon der Neue Theologe)
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Post #234 78
Die Fesseln der Weisheit

»23 Höre, Kind, und nimm meinen Rat an,
und weise nicht meine Belehrung zurück.
24 Lege deine Füße in ihre Fesseln
und in ihre Kette deinen Nacken.
25 Beuge deine Schulter und ertrage sie,
und zürne nicht ihren Fesseln.
26 Mit deiner ganzen Seele gehe zu ihr,
und mit deiner ganzen Kraft bewahre ihre Wege.
27 Spüre sie auf und suche sie, und sie wird sich dir zu erkennen geben,
und wenn du es im Griff hast, lass sie nicht los.
28 Denn schließlich wirst du ihre Ruhe finden,
und sie wird sich dir zuwenden zur Freude.
29 Und dir werden deine Fußfesseln zu einem starken Schutz werden
und ihre Ketten zu einem Ehrengewand.
30 Denn goldener Schmuck ist bei ihr,
und ihre Fesseln sind eine hyazinthblaue Kordel.
31 Als Ehrengewand wirst du sie anziehen,
und als Freudenkranz wirst du sie dir aufsetzen.«

Jesus Sirach 6,23-31
  • ❤ 1
Post #233 96
Wahre Umkehr befreit von Sorgen

»Wenn ein Mensch seine Sündhaftigkeit realisiert, befreit er sich nach und nach von den Sorgen dieser Welt und von seinem eigenen Egoismus und überlässt alle seine Sorgen dem Herrn.

Seine Seele wird gedemütigt und wenn dies geschieht, befindet sie sich in einem gnadenhaften Zustand.

Aber wahre Umkehr ist selten, sogar unter den Frommen, und deshalb leiden wir so viel.«

– Altvater Thaddäus von Vitovnica (+2003)
  • 🙏 7
Post #232 103
Der Schmelzofen der Demütigung

»Kind, wenn du hinzutrittst, dem Herrn zu dienen,
bereite dich auf Versuchung vor.
2 Richte dein Herz gerade und sei standhaft
und ereifere dich nicht zur Zeit der Not.
3 Hänge an ihm und falle nicht ab,
dass du wachsen wirst bis an dein Ende.
4 Alles, was dir widerfährt, ertrage,
und in den Wechselfällen deiner Demütigung sei langmütig,
5 denn im Feuer wird das Gold geprüft
und von Gott angenommene Menschen im Schmelzofen der Demütigung.«

Jesus Sirach 2,1-5
  • 🙏 4
Post #231 106
(2/2) Der Autor zeigt, dass die Vorschriften des Gesetzes, etwa die Speisegebote, kein Selbstzweck waren, sondern den Sinn hatten, den Menschen durch gehorsamen Verzicht zur Beherrschung seiner Leidenschaften zu erziehen. Die menschliche Vernunft, die seit dem Sündenfall der Tyrannei der Leidenschaften unterworfen war, sollte ihre natürliche Herrschaft wiedererlangen - und zwar durch die Erziehung im Gesetz, die Gottesfurcht und die Hoffnung auf die Auferstehung.

Wie Adam und Eva durch die Übertretung eines Speisegebotes dem Tod verfielen, so soll der Mensch lernen, durch leiblichen Verzicht die Hoffnung auf die Auferstehung zu verinnerlichen. Auch wenn die Speisegebote des Alten Bundes für Christen nicht mehr gelten, ist doch der Geist des Gesetzes derselbe wie der, welcher der christlichen Askese zugrunde liegt.

Durch die Erziehung im Gesetz, deren Ergebnis die Gottesfurcht und die Auferstehungshoffnung waren, triumphierten die Märtyrer der Makkabäerzeit nicht nur über die gottlosen Anordnungen des Antiochos, der schon vom Propheten Daniel als Vorbild des Antichristen angekündigt worden war, sondern auch über ihre eigenen Leidenschaften. Ihr Gedächtnis wird von der Orthodoxen Kirche daher passenderweise am 1. August begangen, dem ersten Tag des Fastens in Vorbereitung auf das Fest der Entschlafung der Gottesgebärerin.

Troparion im 1. Ton:

Durch die Schmerzen der Heiligen, für Dich ertragen, O Herr, sei ersucht, und heile Du all unsere Schwächen, wir loben Dich, O Du Der das Menschengeschlecht liebst.
Post #230 85
Das Vorbild der Makkabäer-Märtyrer

Das im letzten Post zitierte 4. Makkabäerbuch ist nicht in allen orthodoxen Bibeln enthalten und mehr ein Anhang zu 1. bis 3. Makkabäer, die zum orthodoxen Kanon gehören. Die Makkabäer waren die Anführer des jüdischen Aufstandes gegen die hellenistischen Seleukiden, die unter Antiochos IV. die gesetzestreuen Juden verfolgte. 1.und 2. Makkabäer beschreiben die Ereignisse in Jerusalem, 3. Makkabäer das Schicksal der Juden in der ägyptischen Diaspora.

Im 2. Makkabäerbuch wird beschrieben, wie der greise Priester Eleazar sowie sieben Brüder zusammen mit ihrer Mutter Solomonia unter dem gottlosen König Antiochos IV. das Martytrium erleiden, weil sie sich weigern, den Götzen zu opfern und Unreines zu essen. Ihr Beispiel greift der Autor des 4. Makkabäerbuches auf, um zu zeigen, wie die Märtyrer für das Gesetz und in der Hoffnung auf die Auferstehung ihr leibliches Leben hingeben. Das 4. Makkabäerbuch ist zugleich Lobschrift auf die Märtyrer und asketischer Traktat. (1/2)
Post #229 211
Gute und schlechte Scham

»Schäme dich nicht deiner Seele. 21 Es gibt nämlich eine Scham, die Sünde hervorbringt, und es gibt Scham, die Ruhm und Gnade ist. 22 Wende dich nicht gegen dich selbst, und kehre dich nicht zu deinem Verderben... 26 Schäme dich nicht, deine Sünden zu bekennen...
5,4 Sage nicht: "Ich habe gesündigt, und was geschah mir?" Der Herr ist nämlich langmütig. Nur werde wegen der Vergebung nicht sorglos, dass du Sünde über Sünde häufst...
7 Zögere nicht, dich zum Herrn zu wenden, und schiebe es nicht auf von Tag zu Tag.«

Jesus Sirach 4,20b-22.26; 5,4
Post #226 137
(2/2) An Arten von Weisheit existieren Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit. Die wichtigste von ihnen allen ist die Klugheit, durch welche ja die Denkkraft die Leidenschaften beherrscht. Bei den Leidenschaften sind die zwei umfassendsten Arten Lust und Schmerz. Von denen kann sich von Natur aus jede sowohl auf den Leib als auch auf die Seele beziehen.

Ein zahlloses Gefolge von Leidenschaften umgibt sowohl die Lust als auch den Schmerz. Vor der Lust nämlich kommt Begierde, nach der Lust Wohlgefühl. Vor dem Schmerz kommt Furcht, nach dem Schmerz Trauer. Zorn ist eine gemeinsame Begleiterscheinung von Lust und Schmerz, wenn jemand nur einmal bedenkt, wie es ihm damit ergangen ist. In der Lust steckt drinnen auch die Disposition zur Bosheit, die von allen Leidenschaften die wandlungsfähigste ist und sich bei der Seele äußert als Prahlerei, Geldgier, Ehrgeiz, Streitsucht und Missgunst, bezüglich des Leibes aber als Allesfresserei, Schlemmerei und Allein-Essen.

Da nun Lust und Schmerz gleichsam zwei Gewächse des Leibes und der Seele sind, gibt es an diesen Pflanzen viele Seitentriebe, von denen die Denkkraft als meisterliche Gärtnerin eine jede gründlich säubert und beschneidet und hochbindet und benetzt und so das Gestrüpp der Gewohnheiten und Leidenschaften veredelt. Denn die Denkkraft ist Führerin für die Tugenden, Alleinherrscherin über die Leidenschaften.

Nicht alle beherrschen völlig ihre Leidenschaften, weil auch nicht alle eine besonnene Denkkraft haben. Aber alle, die aus ganzem Herzen für die Frömmigkeit Sorge tragen, die allein können die Leidenschaften des Fleisches beherrschen, weil sie glauben, dass sie für Gott nicht sterben - wie auch unsere Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob -, sondern bei Gott leben.

Denn wer immer unter Berücksichtigung der Richtschnur für die Freundschaft zur Weisheit weisheitliebend lebt und auf Gott vertraut und weiß, dass es glückselig ist, um der Tugend willen jeglichen Schmerz auszuhalten, wird der nicht mithilfe der Gottesfurcht die Leidenschaften völlig beherrschen?«

4. Makkabäer 2,21-23; 1,15-30; 7,18-22
  • ❤ 4
Post #225 120
𝗚𝗲𝘀𝗲𝘁𝘇 𝗱𝗲𝗿 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁

Das 4. Makkabäerbuch ist ein idealer biblischer Anknüpfungspunkt für die orthodoxe Pathologie und Therapie der Leidenschaften:

»Als Gott den Menschen erschuf, hat er ihm auch seine Leidenschaften und Charaktereigenschaften mit eingepflanzt. Und als er über alles den heiligen Führer Vernunft, auf die Sinneswerkzeuge gestützt, auf den Thron setzte, gab er auch diesem ein Gesetz, nach dem er seinen Lebenswandel ausrichten und so eine Königsherrschaft ausüben sollte, die besonnen und gerecht und gütig und tapfer ist.

Die Denkkraft ist nun also eine Vernunft, die mit richtigem Urteil das Leben der Weisheit wählt. Weisheit wiederum ist Erkenntnis der göttlichen und der menschlichen Dinge und der Ursachen von diesen. Sie besteht näherhin in der Erziehung durch das Gesetz, durch die wir ehrfürchtig die göttlichen Dinge und zu unserem Nutzen die menschlichen erlernen. (1/2)
Post #224 312
In seiner Predigt am St.-Georgs-Tag deutete der Patriarch das Evangelium von der Heilung des besessenen Mannes von Gerasa (Lk 8,26–39) als eindringlichen Hinweis darauf, dass jede Sünde die innere Freiheit des Menschen mindere. Wer dämonischen Kräften, Leidenschaften und ungeordneten Begierden Raum gebe, verliere schrittweise die Fähigkeit, sich dem Willen Gottes zu öffnen. Freiheit sei daher kein äußerer Zustand, sondern eine geistliche Wirklichkeit, die der Mensch nur in der Hinwendung zu Christus bewahren könne.

Der Heirarch hob hervor, dass der Gerasener erst durch die Begegnung mit Christus seine wahre Würde und Identität zurückgewonnen habe. Der Patriarch rief dazu auf, geistliche Heilung nicht als bloße religiöse Idee, sondern als Realität zu verstehen, die sich im Leben der Kirche verwirklicht. Der Kampf gegen die Sünde sei nicht moralistische Strenge, sondern Weg zu einem erneuerten Herzen.

https://orthodoxnews.de/de/nachrichten/84113-patriarch-porfirije-der-herr-ist-weder-revolutionaer-noch-sozialreformer
UOJ Patriarch Porfirije: „Der Herr ist weder Revolutionär noch Sozialreformer“ Serbischer Patriarch warnt in Belgrad vor geistlicher Knechtschaft durch Sünde
  • ❤ 7
Post #221 563
»Nun, da das Ende der Welt nahe ist, sind die Zeiten durch die Vermehrung des Bösen aufgewühlt, und wir selbst, die wir uns den inwendigen Mysterien widmen sollten, werden so in äußere Sorgen verwickelt.«

Hl. Gregor d.Gr., Moralia in Job Ep. 1
  • ❤ 10
Post #220 516
Ikone: der präinkarnierte Christus spricht zu Hiob
Post #219 559
23 Wenn es dann für ihn einen Gesandten gibt, einen Mittler, einen aus Tausenden, der dem Menschen Seine Gerechtigkeit verkündigt, 24 so wird Er sich über ihn erbarmen und sprechen: »Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!« 25 Alsdann wird sein Fleisch frischer sein als in jungen Jahren; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jugend; 26 er wird zu Gott flehen, und der wird ihm gnädig sein; ja, Er wird ihn Sein Angesicht sehen lassen mit Jauchzen, und Er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben. 27 Der wird [dann] singen vor den Menschen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber er hat mir nicht vergolten [wie ich es verdiente]; 28 er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht ins Verderben hinabgefahren ist, sodass mein Leben das Licht wieder sieht! 29 Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen, 30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen.

Hiob 33, 23-30
  • ❤ 3
Post #216 388
5. Sonntag nach Pascha, der Samariterin, Ton 4

Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest, und wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

Joh 4,10

»Wenn wir nicht die Sinne des Leibes schließen, wird wohl das sprudelnde Wasser nicht in uns hervorquellen, welches der Herr jener Samariterin schenkte. Als sie nämlich dieses sinnlich wahrnehmbare Wasser suchte, fand sie das des Lebens, wie es sich in ihrem Innern in sie ergoss. Wie nämlich die Erde von Natur aus Wasser hat und zugleich hervorfließen lässt, so hat auch die Erde des Herzens dieses von Natur aus sprudelnd und quellend – gleichsam das väterliche Licht, welches jener Adam durch den Ungehorsam verlor.«

Hl. Patriarch Kallistos von Konstantinopel, Kapitel über das Gebet
  • 🙏 1
Post #213 460
Heute, am Sonntag der Orthodoxie, feiern wir den Sieg über den Bildersturm, der die Verehrung der Ikonen als Sinnbilder der Menschwerdung Gottes zu unterdrücken suchte. Möge Gott uns besonders in dieser Fastenzeit helfen, die geistige Arznei anzunehmen, damit die von Sünde und Leidenschaft unterdrückte Gottebenbildlichkeit an uns und unserem Nächsten wieder erstrahle.
  • ❤ 2
Post #212 437
"Wir wurden gewürdigt, das Gesetz des Geistes in die Tafeln unseres Herzens eingeschrieben mit uns zu tragen und unmittelbar und nach Art der Cherubim unmittelbar mit unserem Herrn Jesus Christus in reinem Gebet zu verkehren.
Doch sind wir im Augenblick unserer Neubildung unmündige Kinder, erkennen weder die Gnade noch erblicken wir die Neuheit, ja sind vielmehr in Unkenntnis jener erhabenen Größe und Herrlichkeit, deren wir teilhaftig wurden. Und wenn wir auch als Männer getauft wurden, so nehmen wir es trotzdem doch nur im Wasser und nicht im Geist wahr.

Darum fallen die meisten von uns durch Nachlässigkeit und leidenschaftlichste Haltung in Gefühllosigkeit und Verfinsterung. Wir sind Fleisch, wenn wir auch zu Gläubigen und Himmlischen wurden; so bleibt der Geist Gottes nicht in uns. Deshalb gestattete Gott die Angriffe und vermehrte die Gefangenschaft und das Gemetzel – wohl, da er die Schlechtigkeit berichtigen, austilgen oder heilen will durch noch stärkere Arznei."

+ Hl. Gregor vom Sinaï
  • ❤ 2
Post #211 374
»Ist nicht ⟨vielmehr⟩ das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? ⟨Besteht es⟩ nicht ⟨darin⟩, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. Deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut sein. Dann wirst du rufen, und der Herr wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien, und er wird sagen: Hier bin ich! Wenn du aus deiner Mitte fortschaffst das Joch, das Fingerausstrecken und böses Reden und ⟨wenn du⟩ dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.« (Jesaja 58,8f.)

Eine heilsame Fastenzeit ☦
  • 🙏 4
Post #207 337
Sonntag der Butterentsagung. Ton 3 (Gedächtnis der Vertreibung des Adam, Sonntag des Vergebens)

Du köstliches Pạradies, / Schönheit so lieblich, / du Heimstatt gottbegründet, Freude unaufhörlich und Wonne, / du Ruhm der Gerechten, / du Labsal der Propheten / und Wohnstätte der Heiligen, / durch das Rauschen deiner Blätter flehe zum Bildner von allem, / dass mir aufgetan werden die Pforten, / die durch den Fehltritt ich habe verschlossen, / und dass ich werde gewürdigt, / am Holze des Lebens teilzuhaben // und an der Freude, an der ich vormals mich ergötzte in dir.

- Sticheron zur Vesper im 6. Ton

(Ikone: Capella Palatina, Palermo)
Post #205 177
(2/2) Und dann heißt es: Dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir sichtbar vergelten. Es sieht Gott, der das Verborgene kennt, dein geistiges Gebet und vergilt es mit sichtbaren und großen Gnadengaben. Denn dies ist das wahre und vollkommene Gebet, und es erfüllt die Seele mit göttlicher Gnade und den geistlichen Gnadengaben. Wie das Salböl, wenn du es fester in das Gefäß einschließt, das Gefäß umso mehr duften lässt, so erfüllt auch das Gebet, je mehr du es in deinem Herzen sicherst, dieses umso mehr mit der göttlichen Gnade.«

(Hl. Maximos Kapsokalybes, "Aus dem Leben des heiligen Gregorios, des Erzbischofs von Thessalonike", in Philokalie der heiligen Väter der Nüchternheit, Bd. 5)
Post #204 184
(1/2) Samstag der Butterentsagung, Ton 2 (Gedächtnis aller unserer in Askese aufgestrahlten gottseligen und gott-tragenden Väter und Mütter)

Wenn du aber betest, geh in deine Kammer, schließe deine Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ‹ist›; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir öffentlich vergelten. (Mt 6,6)

»Die Kammer der Seele ist der Leib; unsere Türen sind die fünf Sinne. Die Seele geht in ihre Kammer ein, wenn der Geist nicht hier und dort in den Dingen der Welt umhergeht, sondern in unserem Herzen angetroffen wird. Und unsere Sinne sind geschlossen und bleiben gesichert, wenn wir ihnen nicht gestatten, sich an die sinnlich wahrnehmbaren und sichtbaren Dinge zu heften. Auf diese Weise bleibt unser Geist frei von jeder weltlichen leidenschaftlichen Anhänglichkeit, und mit dem verborgenen und geistigen Gebet vereinigst du dich mit Gott, deinem Vater.
Post #202 235
»Neulich kam einer unserer Schema-Mönche aus der Skite zu mir.

"Ich bin verzweifelt, Abba, weil ich in mir selbst - in einem, der das erhabene Engelsgewand trägt - keine Veränderung zum Besseren sehe. Der Herr zieht einen streng zur Rechenschaft danach, ob man nur nach seiner Kleidung ein Mönch oder ein Schemamönch ist. Aber wie kann ich mich ändern? Wie kann ich der Sünde sterben? Ich spüre meine vollständige Schwäche."

„Ja“, antwortete ich, „wir sind völlig bankrott, und wenn der Herr nach den Werken urteilt, wird er nichts Gutes an uns finden.“

„Aber gibt es dann noch Hoffnung auf Erlösung?“

"Natürlich gibt es die. Bete immer das Jesusgebet und überlasse alles dem Willen Gottes."

„Aber was für einen Nutzen kann dieses Gebet haben, wenn weder der Verstand noch das Herz daran teilhaben?“

"Einen enormen Nutzen. Natürlich hat dieses Gebet viele Unterteilungen, vom einfachen Aussprechen bis hin zum kreativen Gebet. Aber für uns, selbst wenn wir auf der untersten Stufe stünden, wäre es heilsam. Die Mächte des Feindes fliehen vor demjenigen, der dieses Gebet spricht, und früher oder später wird er trotzdem gerettet werden.

„Ich bin auferstanden!“, rief der Schemamönch aus. „Ich werde nicht mehr verzagt sein.“

Und so wiederhole ich: Sprich das Gebet, und sei es nur mit deinen Lippen, und der Herr wird dich nie verlassen.«

Altvater Barsanuphius von Optina
Telegram Fr. Seraphim Rose - A Tribute The other day one of our skete schema-monks came to see me. "I've fallen into despondency, Abba, since I don't see in myself—in one who bears the exalted angelic habit—a change for the better. The Lord calls one strictly to account if he's a monk or schema…
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