Quelle zum Weiterlesen:
De-RTNews.com
🗣️Behörden vs. StraßeDer Staat spricht offiziell von Illegalen: keine Papiere, Grenzsprung, Abschiebung. Der Präsident Ramaphosa hat sogar ausdrücklich gesagt, dass legale Ausländer arbeiten, Familien gründen und unter dem Gesetz stehen. Die Gruppen March and March und Operation Dudula verkaufen dasselbe als „nur Illegale“. In der Praxis kontrollieren die Gruppen IDs vor Läden und Kliniken, plündern Geschäfte, setzen Leute vor die Tür – auch Langzeitansässige oder Leute mit Papieren. Reuters hat den Fall einer Ghanaerin dokumentiert, die seit dem Kleinkind in Südafrika lebt, Zulu spricht, einen Salon führt – und trotzdem ausgeraubt und auf die Straße getrieben wurde. Ein Gericht in Gauteng hat Dudula 2025 sogar untersagt, selbst IDs zu verlangen oder Ausländer von Kliniken fernzuhalten. Die Straße hält sich nicht daran.
Mitteleuropa vs. SüdafrikaIn Mitteleuropa ist irreguläre Migration ein realer Belastungsfaktor in noch funktionierenden, aber überdehnten Systemen: Sozialstaat, Wohnraum, Schulen, Kriminalitätsstatistik, kulturelle Distanz. Das erklärt einen Teil des Abstiegsgefühls, nicht den ganzen.
In Südafrika ist die Reihenfolge anders. Das Land zerfällt zuerst innen: Staatsunternehmen (Eskom jahrelang nahe am Kollaps), Korruption und State Capture, Arbeitslosigkeit offiziell um die 33 Prozent, erweitert über 40, Jugend noch höher. Ausländer halten nur einen kleinen Teil der formalen Jobs (Studien: unter 4 Prozent). Selbst wenn man alle Ausländerstellen an Einheimische gäbe, sänke die Arbeitslosigkeit nur um wenige Punkte – der Rest bleibt Strukturversagen. Migration ist hier vor allem Sündenbock in Townships, wo Konkurrenz um informelle Läden, Klinikplätze und Gelegenheitsarbeit hart ist. Nicht der Hauptmotor des Staatsverfalls.
Weiße zuerst, dann andere SchwarzeDas Muster stimmt als Abfolge der Sündenböcke, nicht als identische Geschichte. Landreform, Farmmorde, Kapital- und Fachkräfteflucht der Weißen sind ein älteres Kapitel: Enteignungslogik plus Schwäche des Rechtsstaats. Die heutige Welle trifft schwarze Afrikaner aus Malawi, Simbabwe, Mosambik, Ghana, Nigeria – oft die, die in denselben armen Vierteln leben. Der Staat versagt bei Strom, Jobs und Grenze; der Zorn geht nicht an die ANC-Seilschaften, sondern an den Nachbarn ohne den richtigen Akzent. Deshalb taugt Pretoria 2026 weder als Vorbild für europäische Grenzsicherung noch als Beweis, dass „Abschieben allein den Staat rettet“. Es zeigt, wie ein ausgeplünderter Staat erst Vermögende und Minderheiten verliert – und danach die Schwächeren aus der eigenen Hautfarbe.
Wer den Sündenbock braucht, hat den Staat schon verloren. Behörden können Illegale abschieben – das ist ihr Job. Sobald Bürger Milizen spielen, IDs vor Kliniken verlangen und Läden von Leuten plündern, die seit Jahren legal da sind, ist das keine Einwanderungspolitik mehr. Das ist der Ersatz für einen Staat, der Strom, Jobs und Grenze nicht mehr hinbekommt. Südafrika ist kein Mitteleuropa. Hier treiben Korruption, geplünderte Staatsbetriebe und Massenarbeitslosigkeit den Abstieg. Ausländer sind ein kleiner Teil der formalen Wirtschaft. Trotzdem wird der Zorn auf sie gelenkt: erst auf Weiße und Kapital, jetzt auf Malawier, Simbabwer, Mosambikaner. Wer den Nachbarn verjagt, muss sich nicht mit Eskom, Seilschaften und einer Jugend ohne Arbeit beschäftigen.
Genau deshalb ist die Nachricht kein patriotisches Vorbild. Ein Land, das legale Integrierte mit Illegalen in einen Topf wirft und von Ghana bis Nigeria evakuiert wird, exportiert keinen Stolz. Es exportiert den Geruch eines Gemeinwesens, das nach innen versagt und nach außen zuschlägt. 🗣️
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