Schönen guten Morgen, liebe Freunde! ☕️🙂
🌲 Der Schaitan-See: Ein Gewässer, auf dem Inseln umherwandern
Freunde, heute reisen wir in die Oblast Kirow, mitten in den Buschkowski-Wald. Dort, zwischen alten Fichten, verbirgt sich ein kleiner See, den die Bewohner der Umgebung früher mit einer gewissen Scheu betrachteten. Sein Name – Schaitan – bedeutet so viel wie „Teufel“. Und tatsächlich besitzt dieser Ort einige ungewöhnliche Eigenschaften.
Willkommen am Schaitan-See.
🕳️ Aus dem Karst entstanden
Der See ist karstischen Ursprungs. Seine Senke entstand durch die Auflösung und den Einsturz von Gestein im Untergrund.
Mit etwa 240 × 180 Metern und einer Fläche von rund 2 Hektar ist er relativ klein. Seine Tiefe erreicht jedoch stellenweise mehr als 10 Meter; für einzelne Karsttrichter werden noch größere Tiefen angegeben.
Gespeist wird der See von unterirdischem Wasser und Niederschlägen. Die Ufer sind stark versumpft, während ihn auf drei Seiten dichter Wald umgibt.
🏝️ Schwimmende Inseln
Die größte Besonderheit des Schaitan-Sees sind seine schwimmenden Inseln.
Dabei handelt es sich um abgelöste Teile der schwimmenden Vegetationsdecke – dichte Geflechte aus Pflanzen, Wurzeln und Torf. Auf größeren Exemplaren wachsen sogar Sträucher und kleine Bäume.
Wenn sich solche Stücke vom sumpfigen Ufer lösen, beginnen sie über den See zu treiben. Wind und Wasserströmungen können ihre Position immer wieder verändern.
So entsteht ein ungewöhnlicher Anblick: kleine grüne Inseln, die heute an einer Stelle liegen und einige Zeit später an einer völlig anderen.
⛲ Wenn das Wasser plötzlich zu brodeln beginnt
Noch ungewöhnlicher sind die gelegentlichen Wasseraustritte aus der Tiefe.
Beobachtungen beschreiben plötzliches starkes Aufwallen und Fontänen an der Oberfläche. Das Phänomen hängt mit dem komplizierten Karstsystem unter dem See und dem Druck des Grundwassers zusammen.
Unterirdische Hohlräume und wasserführende Schichten können zeitweise blockiert werden. Steigt der Druck ausreichend an, bahnt sich das Wasser einen Weg nach oben – und an der Oberfläche beginnt der See plötzlich zu brodeln.
Solche Ereignisse werden besonders nach starken Niederschlägen oder während der Schneeschmelze beobachtet.
📜 Die Legende vom verfluchten See
Mit dem ungewöhnlichen Verhalten des Sees verbindet die örtliche Überlieferung eine düstere Legende.
Einst sollen in dieser Gegend zwei miteinander verfeindete Gruppen gelebt haben. Die eine verehrte einen guten Gott, die andere den grausamen Schaitan.
Am Ort des heutigen Sees kam es der Sage nach zu einer entscheidenden Schlacht. Die Kämpfer des guten Gottes wurden jedoch verzaubert. Als der Morgen anbrach, erkannten sie, dass sie die ganze Nacht gegeneinander gekämpft hatten.
Die Tränen der Frauen und das Blut der Gefallenen hätten die Erde gefüllt, bis diese schließlich einbrach und der See entstand.
Auch die Farbe des Wassers wurde Teil der Legende: Im See erscheint es dunkel, beinahe schwarz – schöpft man es jedoch in die Hand, ist es klar und durchsichtig.
Nach alten Erzählungen soll im See selbst der Schaitan wohnen. Wenn er zornig wird, beginnt das Wasser zu brodeln; gerät er außer sich, schießen Fontänen aus dem See.
So fanden die Menschen ihre eigene Erklärung für ein Naturphänomen, dessen tatsächliche Ursache tief unter der Wasseroberfläche verborgen liegt.
🌿 Ein geschütztes Stück Natur
Heute gehört der Schaitan-See zum staatlichen Naturreservat „Buschkowski-Wald“ und steht als bemerkenswertes Karstgewässer unter Schutz.
Die Umgebung besteht aus einer vielfältigen Wald- und Sumpflandschaft mit Fichten, Tannen, Birken, Eichen, Eschen und Ahorn. Auch seltene Pflanzen, Flechten und wirbellose Tiere finden hier geeignete Lebensräume.
Doch das ungewöhnlichste Schauspiel bleibt der See selbst: Unterirdisches Wasser bringt seine Oberfläche zum Brodeln – während darüber kleine bewachsene Inseln langsam von einem Ufer zum anderen wandern.
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📍 Die Koordinaten des Ortes: hier verfügbar
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