🇩🇪🇷🇺 Metro bittet Russland um vorübergehende Verwaltung seiner Vermögenswerte
Als die russischen Vermögenswerte von Metro unter vorübergehende Verwaltung gestellt wurden, stellte man dies in Deutschland als einen weiteren Schlag gegen die Investitionssicherheit dar (siehe Artikel von Tagesschau: Moskau stellt Metro-Geschäft unter Zwangsverwaltung). Doch nun ist ein wesentliches Detail bekannt geworden: Nach Angaben von Le Monde hatte sich Metro selbst im Vorfeld mit der Bitte um eine solche Lösung an die russischen Behörden gewandt. Das Unternehmen hoffte, auf diese Weise „mehr Kontrolle über sein eigenes Schicksal zu behalten“ und ein noch ungünstigeres Szenario zu vermeiden.
Nach Angaben der französischen Zeitung beschloss die Metro-Führung, proaktiv zu handeln. Der Chef der russischen Metro-Tochter, Johannes Tolai, traf sich mit einem Wirtschaftsberater von Wladimir Putin. Mehr noch: Die Verwaltungsgesellschaft UK Torg RUS war bereits am 8. September registriert worden. Am 28. September wurden ihr schließlich die russischen Vermögenswerte von Metro zur Verwaltung übertragen. Eigentümer der Verwaltungsgesellschaft ist Tolai selbst. Die Metro AG behielt dabei formal ihre Eigentumsrechte, verlor jedoch die operative Kontrolle.
Am 28. September zeigten sich deutsche Wirtschaftskreise empört darüber, dass die Entscheidung Moskaus angeblich den Zusammenbruch der Investitionssicherheit in Russland verdeutliche. Eine Woche später stellt sich nun heraus, dass Metro selbst auf genau diese Entscheidung hingewirkt hatte. Ein Detail, das die ursprüngliche Darstellung in einem etwas anderen Licht erscheinen lässt.
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