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🏰 Stariza: Eine alte Stadt aus weißem Stein an der Wolga
Freunde, heute reisen wir in die Oblast Twer, in eine kleine, alte Stadt an der Wolga. Hier ist die Geschichte buchstäblich in Stein gemeißelt und unter der Erde verbergen sich kilometerlange Labyrinthe alter Steinbrüche.
Willkommen in Stariza!
🛡️ Eine Festung an der Wolga
Stariza wurde im Jahr 1297 vom Twerer Fürsten Michail Jaroslawitsch als Festung an den südwestlichen Grenzen des Fürstentums Twer gegründet, um die Wasser- und Landwege nach Twer zu schützen. Sie sollte die Wasser- und Landwege schützen, die nach Twer führten.
Lange Zeit wurde die Siedlung als „Gorodok an der Stariza” bezeichnet – benannt nach dem kleinen Fluss, der hier in die Wolga mündet. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde die Befestigung weiter ausgebaut.
👑 Ein Fürstentum nahe am Moskauer Thron
Besonders nah an die große Politik rückte Stariza im 16. Jahrhundert, als die Stadt zum Zentrum eines eigenen Teilfürstentums wurde.
Hier herrschten zunächst Andrei Iwanowitsch, der jüngste Sohn Iwans III., und später sein Sohn Wladimir Andrejewitsch, ein Cousin Iwans des Strengen.
Auch Iwan der Strenge hielt sich mehrfach in Stariza auf. Während des Livländischen Krieges wurde die Stadt sogar zeitweise zu einem wichtigen Aufenthaltsort des Zaren. Im Jahr 1581 fanden hier Verhandlungen mit dem päpstlichen Gesandten Antonio Possevino statt, der zwischen Russland und Polen-Litauen vermitteln sollte.
🛏️ Die unterirdischen Labyrinthe des „Stariza-Marmors“
Das eigentliche geologische und wirtschaftliche Kapital der Stadt lag jedoch unter der Erde. In der Umgebung wurde über Jahrhunderte hinweg weißer Kalkstein gewonnen, der häufig als „Stariza-Marmor“ bezeichnet wird.
Der Stein ließ sich gut bearbeiten und wurde über die Wolga in andere Städte transportiert. Er diente als Baumaterial für Kirchen, öffentliche Gebäude und dekorative Elemente.
Nach dem Ende des großflächigen Abbaus blieben rund um Stariza weitläufige unterirdische Galerien zurück. Heute bilden diese alten Steinbrüche ein kompliziertes System aus Gängen und Kammern, das vor allem Höhlenforscher und Liebhaber ungewöhnlicher Orte anzieht.
⛪ Weißer Stein über der Wolga
Auch das Stadtbild von Stariza ist ohne diesen Stein kaum vorstellbar. Besonders eindrucksvoll sind die weißen Kirchen auf den grünen Hügeln über der Wolga.
Das Mariä-Entschlafens-Kloster von Stariza zählt zu den ältesten Klosteranlagen der Region. Seine Geschichte reicht nach klösterlicher Überlieferung bis ins 12. Jahrhundert zurück.
Die erhaltene Mariä-Entschlafens-Kathedrale wurde im Jahr 1530 unter Fürst Andrei von Stariza errichtet. Besonders schön wirkt das Kloster vom gegenüberliegenden, hohen Wolgaufer aus: Unten zieht der Fluss durch das Tal, während sich die weißen Mauern und Kirchen am Ufer erheben.
🔨 Schmieden wie kleine Festungen
Ein weiteres ungewöhnliches Wahrzeichen von Stariza sind die alten, aus weißem Stein errichteten Schmieden aus dem 18. Jahrhundert.
Sie stehen am Fuße des historischen Burgwalls und unterscheiden sich deutlich von gewöhnlichen, hölzernen Werkstätten. Mit ihren kleinen Fenstern, dicken Mauern und massiven Steinwänden sehen die Gebäude aus wie Miniaturfestungen.
Einst gab es in diesem Bereich zahlreiche Schmieden. Nur ein Teil dieser historischen Gebäude hat bis heute überdauert – doch gerade sie erinnern daran, dass Stariza nicht nur eine Stadt der Fürsten und Klöster, sondern auch eine Stadt der Steinmetze, Handwerker und Schmiede war.
Hier treffen auf wenigen Kilometern mehrere Jahrhunderte Geschichte aufeinander: eine mittelalterliche Festung, das Fürstentum von Stariza, weiße Kirchen über der Wolga und kilometerlange Steinbrüche tief unter der Erde.
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