🎙 Antworten des russischen Botschafters in der BRD, S. J. Nechajew, auf Fragen eines TASS-Korrespondenten
Die wichtigsten Thesen:
🔹 Zur Durchführung der Wahlen in der Botschaft
„Die Wahlen der Abgeordneten der Staatsduma der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation sind das wichtigste gesellschaftlich-politische Ereignis im Leben unseres Landes und seiner Bürger.
Unter den derzeitigen turbulenten Bedingungen gewinnt die Durchführung der Wahlen besondere Aktualität. Sie verlangt von jedem von uns Bewusstsein für die persönliche Verantwortung für das Schicksal des Landes, Geschlossenheit und bürgerlichen Mut. Wir rechnen mit einer aktiven Beteiligung der Landsleute an den bevorstehenden Wahlen.
Nach der Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn durch Beschluss der deutschen Regierung bleibt auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nur noch ein Wahllokal: Nr. 8315 auf dem Gelände der russischen Botschaft in Berlin. Es ist am 20. September 2026 von 8:00 bis 20:00 Uhr Ortszeit geöffnet.
🔹 Zur Lage im Zusammenhang mit der Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn
570.000 Menschen, die ständig in Deutschland leben, sind im konsularischen Register eingetragen. Damit ist die Zahl der potenziellen Wähler jedoch nicht erschöpft. Leider sind nach der von deutscher Seite beschlossenen Schließung aller fünf russischen Generalkonsulate in Deutschland unsere Möglichkeiten, Wähler aufzunehmen, erheblich eingeschränkt.
Für die Abwicklung des größten russischen Auslands-Konsulats, das jährlich Hunderttausende konsularische Vorgänge bearbeitete, hat das Auswärtige Amt in Deutschland etwas mehr als zwei Wochen eingeräumt. Wir betrachten das Vorgehen der deutschen Seite als beispiellose, unfreundliche und völlig unprovozierte Schritte, die auf die weitere Zerstörung der russisch-deutschen Beziehungen abzielen.
🔹 Zur Arbeit der Botschaft während der Wahl
Die Botschaft ist gezwungen, unter den Bedingungen zu arbeiten, die die aufnehmende Seite schafft. Diese sind weit von normal entfernt. Die Lage wird nicht nur durch die Verringerung der Zahl der Wahllokale erschwert, sondern auch durch das ungünstige, künstlich angeheizte antirussische Klima in Deutschland. Selbstverständlich sind alle unsere Mitarbeiter in die Organisation des Wahlprozesses eingebunden. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, doch sind die personellen und technischen Ressourcen der Botschaft objektiv begrenzt. Wir bitten die Wähler, mögliche Unannehmlichkeiten mit Verständnis hinzunehmen.
🔹 Zur Gewährleistung der Sicherheit bei den Wahlen
Unter Berücksichtigung der Erfahrungen der vergangenen Jahre besteht die Gefahr von Provokationen, aber wir sind darauf vorbereitet. Die Gewährleistung der Sicherheit der Wähler und der Mitglieder der Wahlkommission hat für uns Priorität. Wir stehen in engem Kontakt mit den deutschen Strafverfolgungsbehörden. Diese sind für die Sicherheit am äußeren Perimeter zuständig und werden im Falle von Versuchen, die öffentliche Ordnung zu stören, die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Die Aufrechterhaltung der Ordnung in den Räumen der Botschaft werden wir aus eigener Kraft gewährleisten. Ich nutze die Gelegenheit, um die Landsleute aufzufordern, sich nicht auf Provokationen einzulassen, die darauf abzielen, die Wahlen zu sabotieren oder Unruhen zu organisieren. Wir sind viel mehr als die Randfiguren, die bereit sind, den antirussischen Kurs der westlichen Eliten zu bedienen.
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