Schönen guten Morgen, liebe Freunde! ☕️🙂
🔥 Kasli: Wie Gusseisen feiner als Porzellan wirken konnte
Freunde, der Montag ist ein guter Tag für neue Entdeckungen. Heute reisen wir in den Südural, in eine kleine Stadt, in der seit fast drei Jahrhunderten aus schwerem Gusseisen Dinge entstehen, die eher an filigranen Schmuck erinnern.
Willkommen in Kasli und bei seinem berühmten Kunstguss.
🏭 Von Kanonenkugeln zu filigraner Kunst
Die Geschichte begann 1747, als der Tulaer Kaufmann Jakow Korobkow im Südural eine Eisenhütte gründete. Lange Zeit produzierte man hier vor allem Eisenwaren, vor dem Krieg von 1812 auch Kanonenkugeln und Granaten.
Doch das örtliche Gusseisen erwies sich als besonders gut für feine Formen geeignet. In Verbindung mit den geeigneten Formsanden ermöglichte das dem Werk, ab 1843 auch Kunstguss herzustellen.
So begann sich der schwere Werkstoff in durchbrochene Teller, Leuchter, Schatullen und Skulpturen zu verwandeln.
⚙️ Wie „Spitze aus Gusseisen“ entsteht
Die Herstellung war langwierig und erforderte höchste Präzision.
Zunächst schuf ein Bildhauer das Modell. Danach fertigte der Former die Gussform an, in die anschließend flüssiges Gusseisen gegossen wurde.
Die eigentliche Feinarbeit begann jedoch erst nach dem Erkalten. Jedes Stück wurde von Hand nachbearbeitet, geglättet und verfeinert.
Deshalb konnten sich selbst zwei Abgüsse nach demselben Modell leicht voneinander unterscheiden – jedes Stück trug die Handschrift seines Meisters.
🏆 Triumph in Paris
Die große Stunde von Kasli schlug 1900 auf der Weltausstellung in Paris.
Für die Ausstellung schufen die Meister einen ganzen Pavillon aus Gusseisen – ein mehrstöckiges Bauwerk nach einem Entwurf des Architekten Jewgeni Baumgarten.
Der Pavillon wirkt wie geschnitzte Spitze aus Metall: durchbrochene Wände, Bögen und unzählige fein ausgearbeitete Details.
Die Arbeit wurde auf der Pariser Weltausstellung mit einer hohen Auszeichnung geehrt und machte den Kaslier Kunstguss international bekannt.
🗡️ „Russland steht nicht zum Verkauf!“
Am Eingang des Pavillons stand die Skulptur „Russland“ von Nikolai Lawerezki – eine weibliche Gestalt mit Schwert, die das Land symbolisierte.
Mit der Pariser Ausstellung ist eine berühmte Geschichte verbunden: Der Pavillon sollte mitsamt seiner Ausstattung verkauft werden, doch die Skulptur „Russland“ wollte man nicht abgeben.
Der Überlieferung nach fiel dabei sogar der Satz:
„Russland steht nicht zum Verkauf!“
Ob diese Worte tatsächlich genau so gesprochen wurden, lässt sich heute kaum noch zweifelsfrei belegen. Die Geschichte selbst wurde jedoch zu einem festen Bestandteil der Legende um den Kaslier Pavillon.
🔥 Das zweite Leben des Pavillons
Nach der Revolution wurde der Pavillon zerlegt. Ein Teil der Elemente ging verloren, andere blieben erhalten.
In den 1950er-Jahren begann seine aufwendige Restaurierung. Kunsthistoriker und Kaslier Meister suchten nach Originalteilen und rekonstruierten fehlende Fragmente anhand alter Fotografien und historischer Vorlagen.
1958 wurde der Pavillon wieder vollständig zusammengesetzt.
Heute gehört er zu den bekanntesten Exponaten des Jekaterinburger Museums der Schönen Künste und gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele des Kaslier Kunstgusses.
Geben Sie ❤️, wenn es Ihnen gefallen hat!
📍 Koordinaten des Ortes (Kartenpunkt) hier verfügbar
💥 Unser Kanal: Node of Time DE
💥 Unsere Website: nodeoftime.com
Post #44127
3.04K










- ❤ 55
- 👍 23
- 🔥 1