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KraftDeinerGedanken von Maurice Janich

KraftDeinerGedanken von Maurice Janich

@kraftdeinergedanken

Ich helfe Kindern und Eltern, sich selbst zu helfen.
Mit der Kraft ihrer Gedanken.
Coaching & Visualisierungstherapie für Eltern und Kinder.

Hochsensibilität, Hochbegabung, Zwänge, Ängste, Schuldruck und Selbstzweifel
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Post #2727 220
Wenn ein Kind widerspricht, steht plötzlich auch unsere Entscheidung zur Diskussion.

Dann müssen wir erklären, warum etwas gelten soll, und aushalten, dass unsere Begründung vielleicht nicht überzeugt. Manchmal merken wir dabei, dass wir selbst nur eine Vorgabe weitergeben, die wir nie hinterfragt haben.

Gerade bei schulischen Anforderungen können wir zwischen den Erwartungen der Schule und dem Einwand unseres Kindes stehen. Vielleicht finden wir eine Vorgabe selbst fragwürdig, bestehen aber trotzdem darauf, weil wir Angst vor den Konsequenzen haben, wenn unser Kind sie nicht erfüllt.

Dann sollten wir diesen Druck ehrlich benennen, statt unserem Kind fehlendes Verantwortungsbewusstsein vorzuwerfen.

Welche schulische Vorgabe hast du durch die Fragen deines Kindes selbst angefangen zu hinterfragen?

Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken

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Post #2726 204
Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Aber wofür machen wir sie in der Schule eigentlich verantwortlich?

Sie sollen ihre Materialien dabeihaben, Aufgaben erledigen, für Klassenarbeiten lernen und sich an vorgegebene Abläufe halten. Klappt das nicht, heißt es schnell, das Kind müsse mehr Verantwortung übernehmen.

Das klingt vernünftig. Ein Kind kann nicht alles anderen überlassen und darf mit zunehmendem Alter mehr Aufgaben selbst übernehmen.

Aber wenn Erwachsene bestimmen, was es wann und wie tun soll, müssen wir ehrlich benennen, was wir erwarten: Es soll unsere Vorgaben erfüllen. Sonst nennen wir etwas Eigenverantwortung, obwohl wir selbst entschieden haben und vom Kind erwarten, diese Entscheidung mitzutragen.

Ein Kind darf eine Anforderung hinterfragen oder sagen, dass ihm etwas zu viel wird. Dieses Nein muss ernst genommen werden. Was dahintersteckt und was sich verändern muss, klären wir gemeinsam. Sagen wir stattdessen, es müsse endlich Verantwortung übernehmen, steht das Ergebnis schon fest: Seine Haltung ist das Problem.

Wir wollen, dass Kinder für sich einstehen, ihre Grenzen wahrnehmen und ein eigenes Urteil entwickeln. Sobald sie daraus eine Konsequenz ziehen, die unseren Ablauf stört, gilt das als mangelndes Verantwortungsbewusstsein. Verantwortlich ist dann vor allem, wer das Verlangte erledigt und uns wenig Arbeit damit macht.

Ich weiß, welcher Einwand jetzt kommt: Schule kann nicht funktionieren, wenn jedes Kind nur tut, worauf es Lust hat. Es gibt Verpflichtungen, und das eigene Verhalten hat Folgen für andere.

Natürlich. Aber das beantwortet nicht, ob eine konkrete Anforderung sinnvoll ist oder warum die Sicht des Kindes weniger zählen sollte. Zwischen „Ich habe keine Lust“ und einem begründeten Einwand liegt ein Unterschied. Den erkennen wir nicht, wenn wir beides als fehlende Bereitschaft zum Mitmachen behandeln.

Für Eltern wird das konkret, wenn sie selbst an einer schulischen Vorgabe zweifeln, sie zu Hause aber trotzdem durchsetzen.

Das Kind erlebt, dass seine Bedenken nichts verändern und sein Widerstand als persönlicher Mangel gilt. So vermitteln wir ihm: Nicht an der Anforderung stimmt etwas nicht, sondern an dir.

Deshalb greift es zu kurz, bei Schulkritik nur zu fragen, ob Kinder genug lernen. Es geht auch darum, wie Schule ihr Selbstbild prägt – bis ins Erwachsenenleben.

Vielleicht denkst du: „Mein Kind muss doch in die Schule. Ich kann die Vorgaben nicht einfach ändern.“

Das stimmt. Aber du kannst ehrlich bleiben:

„Ich verstehe deinen Einwand. Ich finde diese Anforderung auch nicht sinnvoll. Im Moment kann ich sie nicht aufheben. Aber ich nehme dich ernst und schaue, was ich verändern kann.“

Wo du Spielraum hast, lass dein Kind mitentscheiden. Frag, welche Lösung es vorschlägt und welchen Teil es übernehmen möchte. So setzt es etwas um, das es selbst für sinnvoll hält. Du kannst es unterstützen, ohne jeden Schritt vorzugeben.

Was vermitteln wir dagegen, wenn wir Anpassung als Eigenverantwortung ausgeben? Dass Erwartungen mehr zählen als eigene Grenzen. Und dass Kinder den Fehler bei sich suchen sollen, wenn sie beides nicht vereinbaren können.

Später wünschen wir uns Erwachsene, die Missstände erkennen und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Wenn wir Kindern aber beibringen, dass Verantwortung bedeutet, Vorgaben zu erfüllen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie sich später damit rechtfertigen, nur getan zu haben, was von ihnen verlangt wurde.

Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
@KraftDeinerGedanken

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Post #2719 343
Wir wissen, dass Lernen individuell ist. Kinder bringen unterschiedliches Vorwissen mit, brauchen unterschiedlich viel Zeit und verstehen nicht dieselben Erklärungen gleich gut.

Und wenn ein Kind die schulischen Vorgaben nicht erfüllt, wird plötzlich das Kind zum Problem.

Zu langsam. Zu schwach. Unkonzentriert. Nicht auf dem Niveau.

Dabei haben wir festgelegt, was es wann können soll, wie viel Zeit es dafür bekommt, wie es lernen soll und auf welche Weise es anschließend zeigen muss, was es kann.

Wir messen, wie gut ein Kind mit unseren Vorgaben zurechtkommt – und machen daraus ein Urteil darüber, was dieses Kind kann.

Das wäre schon schlimm genug, wenn es nur um Noten ginge.

Aber wir reden hier darüber, dass wir Kindern ein Bild von sich selbst einpflanzen, das ihre Zukunft zerstören kann.

Ein System setzt den Maßstab, das Kind scheitert daran – und am Ende glaubt das Kind, mit ihm stimme etwas nicht.

Das ist keine Bildung. Das ist Zerstörung mit pädagogischem Etikett.

Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Post #2718 274
Eigentlich wissen wir längst, dass Lernen ein individueller Prozess ist.

Kinder bringen anderes Vorwissen mit. Sie brauchen unterschiedlich viel Zeit. Sie verstehen nicht dieselben Erklärungen gleich gut. Ein Kind braucht Beispiele, ein anderes muss etwas ausprobieren, ein drittes versteht ein Thema erst, wenn es einen Zusammenhang darin erkennt.

Auch Interesse, Sprache, Konzentration, Entwicklungsstand und die Situation, in der gelernt wird, spielen eine Rolle.

Und dann kommt Schule.

Gleiches Alter. Gleicher Stoff. Gleicher Zeitraum. Gleiche Aufgabe. Gleiche Prüfung. Gleicher Bewertungsmaßstab.

Das ist ungefähr so, als würden wir einen Menschen und einen Wal ins Wasser werfen, anschließend messen, wer länger tauchen kann, und dem Menschen eine Sechs geben, weil er schlechter abgeschnitten hat.

Der Wal gewinnt. Der Mensch versagt. Und dann erklären wir dem Menschen vielleicht noch, er müsse sich einfach mehr anstrengen.

So dämlich ist diese Logik.

Denn aus einer organisatorischen Notwendigkeit wird eine pädagogische Norm gemacht.

Weil ein System viele Kinder gleichzeitig unterrichten muss, behandelt es sie so, als müssten sie auch möglichst gleichzeitig dasselbe lernen können.

Wenn ein Kind die Vorgaben nicht erfüllt, heißt es, es sei zu langsam, zu schwach, unkonzentriert oder nicht auf dem Niveau.

Dabei haben wir festgelegt, was es wann können soll, wie viel Zeit es dafür bekommt, wie es lernen soll und auf welche Weise es anschließend zeigen muss, was es kann.

Bitte alle gleichzeitig aufschlagen. Seite 47. Aufgabe 3 bis 6. Nächste Woche schreiben wir eine Arbeit.

Danach verteilen wir Zahlen zwischen eins und sechs und tun so, als hätten wir damit sauber abgebildet, was diese Kinder können.

Haben wir aber nicht.

Wir haben vor allem gemessen, wie gut sie unter den Bedingungen funktioniert haben, die wir vorher für sie festgelegt haben.

Und wenn das Ergebnis nicht unseren Erwartungen entspricht, machen wir daraus ein Urteil über das Kind.

Wir schaffen also selbst die Bedingungen und benutzen anschließend die Reaktion des Kindes darauf als Aussage darüber, was es kann oder nicht kann.

Das wäre schon schlimm genug, wenn es nur um Noten ginge.

Aber wir reden hier darüber, dass wir Kindern ein Bild von sich selbst einpflanzen, das ihre Zukunft zerstören kann.

Ein System setzt den Maßstab, das Kind scheitert daran – und am Ende glaubt das Kind, mit ihm stimme etwas nicht.

Das ist nicht Bildung. Das ist Zerstörung mit pädagogischem Etikett.

Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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Post #2708 532
Wir wollen Kinder, die später Grenzen setzen können. Aber wie reagieren wir, wenn sie ihre Grenze ausgerechnet bei uns setzen?

Natürlich bedeutet das Nein eines Kindes nicht automatisch, dass es bekommt, was es möchte. Eltern müssen Entscheidungen treffen. Manchmal auch gegen den Willen ihres Kindes.

Aber zwischen „Ich habe dein Nein gehört“ und „Keine Widerrede“ liegt ein gewaltiger Unterschied.

Ein Kind darf sagen: „Nein, ich will das nicht.“

Und wir dürfen trotzdem als Eltern entscheiden: „Ich höre, dass du das nicht möchtest. Aber in diesem Fall entscheide ich trotzdem anders.“

Der Unterschied ist: Sein Nein wird nicht abgewertet, lächerlich gemacht oder sofort beendet.

Es erlebt: Ich darf sagen, was ich will und was ich nicht will. Meine Grenze darf ausgesprochen werden. Auch dann, wenn ich am Ende nicht bekomme, was ich möchte.

Das Entscheidende ist für mich deshalb nicht, ob ein Kind immer seinen Willen bekommt.

Sondern ob es lernt, seinen eigenen Willen überhaupt wahrzunehmen, auszusprechen und ernst zu nehmen.

Diese Fähigkeit wird dein Kind später brauchen.

Wenn jemand dein Kind bedrängt.
Wenn Freunde Druck machen.
Wenn sich eine Situation falsch anfühlt.
Wenn jemand eine Grenze überschreitet.

Dann wollen wir, dass unser Kind Nein sagt.

Wie gehst du damit um, wenn dein Kind dir Nein sagt?

Wenn der Beitrag für dich wichtig ist, speichere ihn oder schick ihn einem Menschen, mit dem du über dieses Thema sprechen möchtest.

Herzlichst,
Maurice Janich
Pädagoge & Visualisierungstherapeut
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