Der müde Baum
Es war einmal ein Baum, der sich nutzlos fühlte.
Seine Zweige trugen längst nicht mehr so viele Früchte wie früher, und wenn der Wind durch seine Krone strich, glaubte er darin zu hören, dass seine Zeit vorüber sei.
Eines Tages kam ein müder Wanderer des Weges und setzte sich unter seine Äste. Er suchte keine Früchte. Er wollte nichts von ihm.
Nur einen stillen Platz, ein wenig Schatten und einen Moment, in dem er nicht weitergehen musste.
Und dort, unter den alten Zweigen, zwischen raschelnden Blättern und warmem Licht, fand er Ruhe.
Da begriff der Baum:
Sein Wert lag nicht allein in dem, was er hervorbrachte.
Auch sein Schatten war ein Geschenk. Seine Stille, sein Dasein.
Denn nicht immer müssen wir etwas leisten, tragen oder hervorbringen, um wertvoll zu sein.
Manchmal genügt es, einfach da zu sein.
@kativersum
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