Ausgezählte Stimmen falsch übermitteltBerlin kann zählen - nur nicht am Telefon☄️ Zwei Wochen nach der Abgeordnetenhauswahl vom 20. September
kippt im Wahlkreis Spandau 1 das Direktmandat. Am Wahlabend galt CDU-Kandidatin Bettina Meißner mit 80 Stimmen Vorsprung als Siegerin. Die telefonische Schnellmeldung stimmte nicht mit der Niederschrift des Wahlvorstands überein. Die öffentliche Nachzählung ergab:
AfD-Mann Tommy Tabor liegt mit 5.184 zu 5.150 Erststimmen vorn, plus 34. Differenz:
114 falsch übermittelte Stimmen. ☄️ Auslöser war laut BILD und NIUS eine Auffälligkeit in Hakenfelde, AfD 130 Erst- gegen 202 Zweitstimmen, bei der CDU 55 Stimmen Differenz. Landeswahlleiter Stephan Bröchler bestätigt die Zahlen, bestreitet „neues Wahlchaos“ und verweist auf vorgesehene Kontrollen. Endgültig entscheidet der Landeswahlausschuss am 12. Oktober. Noch ist alles vorläufig.
☄️ Weil Meißners Mandat ein CDU-Überhang gewesen wäre, entfallen Ausgleichsmandate. Das Haus schrumpft von 158 auf 153 Sitze. Verlierer: CDU, SPD und Grüne je ein Sitz, die Linke zwei. AfD bleibt bei 29, Tabor war listenabgesichert. Neue Rechnung: Linke 45, CDU 33, AfD 29, Grüne 25, SPD 21. Rot-Grün-Rot hat 91 von 153, Mehrheit ab 77, Polster rund 14. CDU-SPD-Grün käme auf 79, Vorsprung zwei. Betroffen laut Bröchler: Meißner, Martin Matz (SPD), Oda Hassepaß (Grüne), Coco Aglibut und Bettina Günter (Linke).
☄️ Zynismus bleibt genug. Dieselbe Stadt, die 2021 eine Wiederholungswahl brauchte, übermittelt 2026 Ergebnisse telefonisch, die nicht zur Niederschrift passen. Bröchler weiß nicht, woran es lag. „Kontrollen greifen“ heißt hier: zwei Wochen später, nachdem Fraktionen schon Vorstände wählten. Vertrauen hat Berlin sich trotzdem nicht verdient.
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