🧠 Denkfallen – Die Gefahr des Entweder-Oder
Vera F. Birkenbihl greift in ihrem Vortrag ein zentrales Thema auf: die "zweiwertige Einstellung".
Entweder schwarz oder weiß. Entweder für uns oder gegen uns. Entweder motiviert oder demotiviert.
Was steckt dahinter?
🔸 Wir sortieren Menschen und Situationen blitzschnell in feste Schubladen.
🔸 Einmal „demotiviert“ etikettiert, sehen wir alles weitere durch diese Brille.
🔸 Kritik wird nicht mehr als konstruktiv wahrgenommen, sondern als Angriff.
🔸 Die berühmte Formel „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ lässt keinen Raum für Zwischentöne.
Alfred Korzybski nannte das die aristotelische Denkweise, die in unserer Sprache fest verankert ist:
🔸 Gesetz der Identität – „A ist A“ (z. B. „Dieser Mensch ist demotiviert“)
🔸 Gesetz vom Widerspruch – Etwas kann nicht gleichzeitig A und Nicht-A sein
🔸 Gesetz vom ausgeschlossenen Dritten – Eine Aussage ist entweder wahr oder falsch, ein Drittes gibt es nicht
In der Realität sind die meisten Dinge jedoch grau.
Der praktische Ausweg: Indizieren
Durch dieses innere „Nummerieren“ lösen wir die starre Kategorie auf und sehen wieder das Individuum.
Unsere Sprache verführt uns ständig dazu, Landkarten mit dem Gelände zu verwechseln. Wer das erkennt und bewusst indiziert, denkt differenzierter, urteilt fairer und fällt seltener in die Falle des Entweder-Oder.
Ein kleines mentales Werkzeug – mit großer Wirkung im Alltag.
Quelle
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